Autoren: Hilde von der Insel & Liz Evans

Specials: M/L Auskopplung


Was bisher geschah: „Ihr könnt kein normales Leben leben, solange Khivar hinter Liz her ist.“

„Letztendlich bekam Khivar sogar noch eine Schwester als er zehn war - mich.“

„Ihr wart ein Paar?!“

„Er log und versprach ihnen eine Demokratie.“

„Auf Antar dauert es ungefähr 5 oder 6 Tage. Das ist etwas mehr als ein Monat hier.“

„Ich werde den Tod von Rath rächen, genauso wie er es gesagt hatte.“

„Ja, aber wenn du zurückgehst zu den Erinnerungen und dort einfach eine weitere einbaust…wenn du das möchtest helfe ich dir dabei.“

„Heute war ja auch der erste Tag, der kann so ruhig sein, aber morgen müssen wir uns dann ranhalten.“

„Lasst uns morgen ziemlich früh anfangen.“


Valentine's Day

14. Februar
(Pyra ist bereits seit 29 Tagen auf der Erde)

Isabel lächelte als sie die kleinen Zettel vor sich beschriftete und sie dabei vor den anderen versteckte. Nachdem ihr diese Idee am Tag zuvor eingefallen war, hatte sie die halbe Nacht wach gelegen um sich interessante Aktivitäten auszudenken. Der heutige Tag würde ein wunderbarer und vor allem unerwarteter Valentinstag werden.

„Ich würde mich dann mal wieder verabschieden“, erklang Connors Stimme, als er vom Tisch aufstand und wieder gehen wollte. Er brachte ab und zu Frühstück und blieb dann eine halbe Stunde bevor er die Jugendlichen wieder alleine ließ. Er hoffte immer nur, dass er keine Kräfte entwickeln würde und diese Pyra hatte ihm sogar gesagt, dass das nicht sein müsse. Anscheinend reagiere jeder Mensch anders und es war gut möglich, dass bei ihm und Jesse einfach keine Veränderungen auftreten würden.

„Nein, Connor, warte, du kannst nicht gehen“, rief Isabel aus und schrieb noch ihr letztes Wort auf. „Wir trainieren heute nicht, heute wird der Valentinstag gefeiert.“

„Aber ich habe kein Date, ich werde lieber im CrashDown Liz‘ Eltern helfen“, wand er ein und winkte ab. Isabel hielt ihn erneut auf und erklärte ihm, dass sie alle an diesem Tag nicht trainieren würden. „Was machen wir dann?“

„Wir haben etwas Spaß“, murmelte Liz und drückte sich an Max‘ Seite. Dieser küsste sie auf die Stirn und strich ihr die Haare aus dem Gesicht. „Isabel hat sich etwas Schönes ausgedacht.“

„Wollt ihr den Tag nicht jeweils zu zweit verbringen?“

„Nein, jeder hatte die Nacht bereits.“

„Wir nicht“, unterbrach Kyle und erntete einen Stoß von Ava. „Was denn? Is doch so…“ verteidigte er sich.

„Hör‘ auf zu reden, oder du und ich verbringen gar keine Nacht mehr zusammen.“ Danach schwieg Kyle und Isabel fuhr fort:

„Okay…also diesmal läuft es etwas anders, diese Idee hatte ich gestern Abend…“

Ein Tag zuvor…

„Pyra, trainieren wir morgen auch?“ fragte Liz nach, als sie alle gemeinsam im Wohnzimmer der Evans saßen und jeder eine heiße Tasse in der Hand hielt. Das Training wurde jeden Tag anstrengender und dauerte auch länger, weil Pyra immer mehr von ihnen verlangte. Inzwischen konnten sie ihre Kräfte einwandfrei kontrollieren und waren nur noch dabei sie zu stärken.

„Warum denn nicht?“ fragte diese verwirrt und schlürfte an ihrer heißen Schokolade. Sie nahm sich vor Kakao mit nach Antar zu nehmen, wenn sie wieder gehen würde. Zumindest hoffte sie, dass sie als Lebende aus diesem Kampf gehen würde.

„Morgen ist Valentinstag.“

„Valentinstag?“

„Hast du das etwa nicht in deinen Erinnerungen?“ wollte Kyle mit einem Grinsen wissen.

„Nein. Was soll das sein? Gibt es da eine Feier in der Wüste? Können wir deshalb nicht dorthin? Dann können wir zu Hause weitermachen.“

„Nein, das ist ein Tag für die Liebenden“, erklärte Liz. „Paare unternehmen etwas Besonderes und genießen den Tag und ich dachte, dass wir viell-“

„Für die Liebenden? Ist dann nicht jeder Tag etwas Besonderes?“

„Nein, also, es ist eben Brauch, dass“, begann Maria ebenfalls eine Erklärung, wurde jedoch auch von ihr unterbrochen.

„Man braucht doch keinen Tag um sich seine Liebe zu zeigen. So ein Schwachsinn, wir trainieren trotzdem. Menschen haben Ideen…“, murmelte sie vor sich hin und richtete ihren Blick erneut auf den Fernseher. Sie schauten zusammen Simpsons an und Pyra lachte entweder laut oder fragte was der Witz bedeuten sollte. „Ich wünschte ich könnte so einen DVD-Player und diese CDs mit nach Antar nehmen“, meinte sie und trank weiter ihre heiße Schokolade.

„Es wäre eigentlich nur ein Anlass gewesen uns eine Pause zu gönnen“, gestand Isabel als nächste.

„Wenn wir nicht vorbereitet sind wenn Khivar kommt, werdet ihr alle in Pause gehen, aber ungewollt und unendlich“, erklärte Pyra ihnen den Tod und gab noch immer nicht nach.

„Okay, das reicht“, meinte Max. „Pyra, wir brauchen wirklich eine Erholung. Wir trainieren jeden Tag mehr als 12 Stunden, schlafen danach und das Ganze geht von vorne los. Wir brauchen etwas Ruhe.“

„Dann schlaft weniger“, gab Pyra zurück, aber ihre Mundwinkel hoben sich bereits etwas. Sie fand es nur witzig ihre neugewonnen Freunde zappeln zu lassen. „Du könntest mir eine Pause befehlen“, bot sie ihm einen Ausweg an.

„Du weißt, dass ich das nicht mache.“

„Wisst ihr, ich könnte auch ein paar Stunden alleine gebrauchen…“ murmelte Maria vor sich hin und ihr Freund sah entgeistert in ihre Richtung. Die anderen lachten laut los und Pyra sah verwirrt hin und her.

„Warum lacht ihr?“ wollte sie wissen.

„Maria ist schwanger“, erwiderte Kyle in einem Ton, der das Lachen erklären sollte, dabei zog er eine Augenbraue in die Höhe.

„Ja?“

„Dir muss man auch alles erklären!“ Empört schüttelte er den Kopf. „Wenn man schwanger ist spielen die Hormone verrückt. Maria braucht jetzt viel Zeit mit Michael alleine…verstehst du?“ Er nervte sich langsam selber, weil er um den heißen Brei redete. „Maria kann jetzt nicht genug Sex bekommen!“ rief er aus und verschränkte die Arme vor der Brust. Michael verschluckte sich an seinem Kaffee und hustete während Maria errötete.

Pyra, die diese Eigenschaft bisher nicht gekannt hatte nahm die Sache ernst und sah besorgt aus. „Das wusste ich nicht, Maria, warum hast du nichts gesagt? Du und Michael müsst dann natürlich nicht immer bei uns im Zimmer schlafen.“ Sie sah so ernst und besorgt aus, dass Maria am liebsten im Erdboden versunken wäre.

„Pyra, es ist nicht so wie du denkst,“ fing Maria an und wollte sie zum Schweigen bringen, aber wie immer ließ sich die Antarianerin nicht beirren. Hilfesuchend sah sie sich nach den anderen um, aber diese schwiegen alle und Jesse und Kyle hielten sich die Hand vor den Mund um nicht lautloszulachen.

Pyra, die sah wie rot Maria wurde wollte ihr die Sache erleichtern. „Nein, keine Sorge. Michael und du seid auch keine direkte Bedrohung für meinen Bruder, ihr müsst nicht immer vor meinen Augen sein.“

Liz kam diesmal ihrer Freundin zur Hilfe und unterbrach Pyra und erklärte ihr die Situation. Nun lachte auch diese und entschuldigte sich für ihr Unwissen. „Aber es ist wirklich so, dass man nicht genug bekommt, aber es ist keine Notwendigkeit“, beharrte Kyle noch immer darauf, da er die Situation einfach unglaublich witzig fand.

„Wie gesagt, könnt ihr gerne ab jetzt im Gästezimmer schlafen“, gab die Brünette noch einmal zu verstehen.

„Okay, das reicht jetzt, kommen wir zurück zum Valentinstag“, warf Michael ein, dem dieser Tag eigentlich gleichgültig war, aber er wollte endlich das Thema wechseln.

„Ihr könnt euren freien Tag haben, aber Liz muss ihn leider mit mir verbringen. Ich bin bereits seit einem Monat hier und deshalb können wir nichts riskieren.“

Bevor die Realität die Stimmung trüben konnte sprang Isabel auf und klatschte in die Hände. „Ich habe einen perfekten Plan! Überlasst alles mir, aber ich muss dazu sagen, dass wohl kaum jemand den Valentinstag so verbringen wird, wie er es wollte.“

Alle stöhnten und Max schlug sogar die Hände vor das Gesicht, der schon genug solcher Tage mit Isabel verbracht hatte. Jedes Mal an Weihnachten, Thanksgiving, Ostern, erst letztens Marias Geburtstag.

„Was habe ich denn jetzt schon wieder nicht kapiert?!“ wollte Pyra verstört wissen. War es nicht gut wenn jemand einen Plan hatte? Sie selbst mochte Pläne.

„Das willst du gar nicht wissen“, antwortete Michael und drückte auf einen Knopf der die Wiedergabe seines Lieblingscomics fortsetzte. Homer Simpson würgte gerade mal wieder seinen Sohn und Pyra lachte laut los, während die anderen mit einem Lächeln zu ihr sahen.

***

Isabel und Jesse verabschiedeten sich später um die Nacht in Isabels altes Zimmer zu verbringen. „An eurer Stelle würde ich das auch machen“, meinte sie mit einem Lächeln und erklärte ihnen, dass sie den kommenden Tag womöglich nicht mit dem Partner verbringen würden. „Gute Nacht“, riefen sie beide noch zurück und verschwanden dann im Obergeschoss.

„Liebling, was hast du denn morgen vor?“ wollte Jesse wissen.

„Das erfährst du morgen, Jesse. Aber was hast du denn heute vor?“fragte sie ihn mit hochgezogenen Augenbrauen, als sie die Türe hinter sich schlossen und er sie dann in seine Arme zog.

„Wie lange waren wir nun nicht mehr alleine?“ murmelte dieser gegen ihren Hals, als er sie dort zärtlich küsste.

„Wir haben uns gestern erst ins Bad geschlichen“, flüsterte sie zurück und beugte den Kopf nach hinten, damit er mehr Freiraum haben würde. Ihre Hände fuhren durch seine Haare und drückten seine Lippen fester gegen ihre Haut.

Tagsüber trainierten sie den ganzen Tag und verbrachten dann den Abend mit weiteren strategischen Planungen. Alle „was wäre wenn“ Fälle mussten konstruiert und durchgesprochen werden. Entscheidungen mussten getroffen werden, unter anderem wessen Sicherheit im Kampf die Priorität besaß und in der Hinsicht unterschieden sich die Meinungen am stärksten. Für die Erdlinge war jeder gleich wichtig. Und auf diese Aussage hatte Pyra geantwortet: „Ist es bei euch nicht so, dass in einer Horde auch der schwächste zurück gelassen wird?“

„Das sind Tiere, Pyra“, hatte Kyle geantwortet. „Wir sind doch keine Tiere. Nun gut, manchmal schon, also gerade Männer, wenn sie…“

„Kyle, das reicht“, hatte Max ihn unterbrochen und Pyra erklärt, dass niemand wichtiger war als ein anderer.

Und nach solchen endlosen, ermüdenden Gesprächen trafen sich die Paare zufällig in der Küche, im Flur oder sonstwo, Hauptsache sie waren ein paar Minuten alleine.

„Aber da hatten wir Angst, dass jemand kommt. Wir sind ein Ehepaar und müssen uns verstecken, wenn wir Sex haben wollen.“

„Hier nicht, mein Schatz“, seufzte Isabel als Jesse sie hochhob und auf das Bett legte.

***

Kurze Zeit später hatten es sich Ava, Kyle und Pyra auf der Couch bequem gemacht und sich weitere Folgen von Simpsons anzusehen. Die anderen Vier verabschiedeten sich ebenfalls und verließen den Raum, nachdem sie ein „Okay“-Nicken von Pyra bekommen hatten. Langsam wurde sie zum Anführer und bestimmte Haargenau was Liz tun und nicht tun durfte. Für Sie war Liz die Priorität, da sie einen Thronfolger gebären konnte. Einen Thronfolger, der vielleicht mit Zan zusammen Antar wieder aufbauen konnte. Jedoch wussten die anderen noch nichts von diesen Plänen, zunächst einmal mussten sie Khivar besiegen, dann würden sie weitersehen.

„Maria, hast du das ernst gemeint?“ fragte Michael nach, als die Beiden das Gästezimmer betraten. „Brauchst du wirklich Zeit für dich allein?“

„Nein, du Idiot! Ich brauche Zeit mit dir“, hatte sie aufgeregt geantwortet und hatte die Arme um seinen Hals geschlungen. „Dieses Baby treibt mich in den Wahnsinn.“

„Und mich in den Tod“, grollte Michael gegen ihre Lippen, als sie die Beine hob, um seine Hüfte legte und dabei ihn fest an einer bestimmten Stelle rieb.

Max und Liz hingegen waren in Max‘ altes Zimmer gegangen und schwelgten in Erinnerungen. „Weißt du noch, als ich gekommen bin und du trainiert hast?“

„Du konntest kaum Reden, weil du mich die ganze Zeit anstarren musstest“, antwortete Max und Liz widersprach. Er beharrte jedoch auf seine Meinung, bis Liz sich vor das Bett stellte und ihre Kleider auszog.

„Liz…“, entkam es Max‘ Kehle, die auf einmal wie ausgetrocknet war. Er liebte den Körper seiner Frau und auch wenn sie im Moment größere Probleme hatte, so hatten sie auch die letzten Wochen damit verbracht ernsthafte Gespräche zu führen. Er hatte des Öfteren sich selbst beschuldigt und sich dann von Liz entfernt. Immer wieder ritten sie auf dem selben Thema und für den heutigen Tag hatte er beschlossen nicht daran zu denken.

„Siehst du?“ fragte Liz mit einem Grinsen. „Na, Max, erzähl doch mal etwas. Was haben wir noch einmal über die menschliche Anatomie gelernt? Wie viele Wirbel hat ein Mensch?“

„Ich weiß nicht wie viele Wirbel ein Mensch hat…aber ich weiß, was eine Frau alles hat, was ein Mann nicht hat“, konterte Max gekonnt und zog Liz zwischen seine Beine. Er saß auf dem Bett und blickte zu ihr auf und traute seinen Augen nicht. Seine Liz war noch immer zu schön um sie anzusehen. Was eine Frau alles hat…


***

Gegenwart

„So, vier von euch dürfen jetzt Zettel ziehen“, erklärte Isabel. Liz und Pyra wurden von Anfang an ausgeschlossen, da die Beiden den Tag sowieso zusammen verbringen würden.

„Ich will ziehen“, meinte Kyle und trat nach vorne. Doch Isabel hatte auch schon bestimmt wer ziehen durfte und wer nicht.

„Nein, es ziehen nur Maria, Michael, Jesse und ich einen Zettel.“

„Warum denn das?“ wollte Kyle verärgert wissen.

„Weil so nicht die Möglichkeit besteht, dass jemand wirklich die Person zieht, die er ziehen möchte, denn es geht hier darum mit wem man den Valentinstag verbringen wird.“ Isabel war stolz auf sich selbst, weil ihr diese Idee eingefallen war. Jetzt hielt sie vier Zettel in der Hand, wo sie die Namen der restlichen vier Personen darauf geschrieben hatte. „Also, dann mal los“, sagte sie und hielt den ausgewählten Dreien die Zettel unter die Nase, den letzten würde sie einfach für sich behalten. Jeder nahm sich einen Zettel und blickte dann gespannt darauf.

„Ich habe Max“, meinte Michael und zuckte die Schultern. Ehrlich gesagt war es ihm etwas lieber mit seinem Freund den Tag zu verbringen, als mit Maria, denn er war keinesfalls ein Fan vom Valentinstag und so wie er Isabel kannte, war das noch nicht alles für den Tag. Es würde ihr ja keinen Spaß machen, wenn sich alle jetzt ins Wohnzimmer setzten und einfach nichts tun würden.

„Ich habe Ava“, sagte Maria als nächstes und hob den Zettel in die Höhe, damit Ava es ihr glauben würde. Im Moment schien sie nämlich so, als könne sie es nicht glauben.

„Kyle, du stehst auf meinem Zettel“, meinte Jesse.

„Geht es hier nicht darum, dass man viel viel Sex hat am Valentinstag?“ meinte Kyle und schüttelte den Kopf. „Und Jesse ist nicht wirklich mein Typ“, entschuldigend zuckte er mit den Schultern in seine Richtung.

„Maria und ich werden bestimmt auch nicht im Bett landen“, warf Ava ein.

„Und Max und ich schon gar nicht!“, rief Michael aus.

„Also ich kann nur hoffen, dass es nicht nur um Sex geht…“, fing Kyle an, „denn Isabel und Connor sind dann wohl das letzte Paar.“

„Also jetzt wo ich weiß, dass ihr diese Kräfte besitzt werde ich mich bestimmt nicht mehr an eine verheiratete Frau ranschmeißen“, witzte Connor.

Isabel schüttelte nur den Kopf. „Bevor ihr alle anfangt zu meckern, geht es gleich weiter“, sagte sie und nahm 5 Zettel in die Hand. „Pyra, Liz, bewegt euren Hintern hierher.“ Die zwei Frauen sahen überrascht in die Richtung der Gruppe. Bisher hatten sie sich nur über die anderen amüsiert und wurden jetzt aber mit hineingezogen.

„Also die nächsten Zettel. Jedes Paar zieht eins, mir ist egal, wer es macht.“

Auf diesen Zetteln stand was das ausgeloste Paar an diesem Tag unternehmen würde. Isabel hatte sich fünf Sachen überlegt und das dann aufgeschrieben. Letztendlich hatten Liz Pyra auf ihrem Zettel stehen, dass sie Kleider einkaufen gehen mussten und das für alle. Max und Michael mussten Minigolf spielen gehen, Isabel und Connor mussten ein „perfektes Date“ organisieren, Jesse und Kyle waren für das Essen für alle zuständig und Maria und Ava mussten sich gegenseitig verändern, im Sinne von sich gegenseitig auf ein Date vorzubereiten. Also andere Frisuren, schicke Kleider und alles was dazu gehörte.

„Das ist nicht dein Ernst“, hatten Jesse und Kyle angefangen zu protestieren, während Kyle sich gleichzeitig über Jesse aufregte weil er das „Kochen“ gezogen hatte. Auch waren alle anderen nicht begeistert, außer Liz und Pyra, denn Liz versprach, dass sie sehr viel Spaß haben würden. Max und Michael waren auch nicht besonders verstört. weil Minigolf besser war, als die anderen Sachen. Denn ihr Plan war es eine Runde zu Spielen um ihr Gewissen zu beruhigen und sich danach irgendwo hinzusetzen.

„Und damit wir auch wirklich nachvollziehen können, dass alles so war wie es sein sollte, bekommt ihr zwei Max‘ Digitalcamera mit.“ Diesen drückte sie eben diesem und Michael in die Hand. „Connor und ich nehmen das von meinen Eltern und bei den restlichen ist ja das Ergebnis Beweis genug. Also, Maria, Ava ich will wirklich etwas zu sehen haben und das Essen soll auch schmecken, Liebling. Und Liz, kauft wirklich ein paar Sachen ein, die uns warm halten, wir haben kaum Klamotten da.“

Es gab noch immer Proteste, aber keine wirklichen. Nur das Meckern, was immer stattfand, wenn Isabel irgendwas in die Hand nahm. Und letztendlich verteilen sich die Teams doch an verschiedenen Orten…

Maria & Ava Date…

„Was machen wir denn jetzt?“ wollte Maria wissen, als sie alleine im Wohnzimmer waren. Isabel und Connor waren nach oben gegangen und die anderen waren aufgebrochen.

„Nichts“, erwiderte Ava und setzte sich vor den Fernseher.

„Wir müssen etwas tun, wir dürfen uns doch nicht kleinkriegen lassen.“

„Das ist kein Wettbewerb, Maria“, erwiderte diese. Eigentlich hätte es sie nicht schlimmer treffen können, denn sie glaubte, dass Maria sie am Wenigsten von allen mochte. Sie sprachen nie viel miteinander, immer nur das Nötigste und es schien ihr dass sie einfach keinen guten Start hatten. Zum einen erinnerte sie Maria an Tess und zum anderen hatte sie das Gefühl, dass Maria etwas eifersüchtig war. Vielleicht darauf, dass sie am Anfang so viel Zeit mit Liz verbracht hatte.

„Trotzdem.“

„Ich mach‘ dir einen Vorschlag. Du machst jetzt was dir gefällt, ich schaue fern und heute Abend bevor alle wiederkommen, zaubere ich uns ein paar schicke Kleider und mache etwas mit den Haaren. Dann sind wir in 5 Sekunden fertig.“

„Willst du damit sagen, ich habe nichts Schickes zum anziehen?“ Maria stemmte die Hände in ihre Seiten und sah misstrauisch zu der kleinen Blondinen.

„Das habe ich nicht gemeint, ich meinte nur, dass…“

„Komm schon, steh auf“, unterbrach Maria sie und zog sich ihre Jacke an. „Wir gehen zu mir. Ich habe schöne Kleider.“

„Ich habe doch auch nicht behauptet, dass du…“

„Willst du mich etwa noch mehr beleidigen?“ fragte eine hormongesteuerte Maria und öffnete die Haustüre.

„Ist deine Mutter denn nicht zu Hause?“ wollte Ava wissen, als die zwei Frauen sich auf den Weg zum DeLuca Haus machten.

„Nein, laut Notfallplan muss sie bei den Parkers sein.“

Jesse & Kyle Date…

Kyle und Jesse begaben sich in die Küche der Evans nachdem alle anderen das Haus verlassen hatten. Erst einmal mussten sie nachsehen was der Kühlschrank hergab, um ein Abenddinner für alle zuzubereiten. Jedoch wurden sie enttäuscht, da der Kühlschrank vor ihnen fast leer war. Die Tatsache war auch kein Wunder, da die Jugendlichen kaum einkaufen gingen und von dem Essen lebten was die Parkers ihnen vom CrashDown zukommen ließen.

Die jungen Männer machten sich zum Einkaufen auf, nachdem sie ihren Menüplan zusammengestellt hatten. Der Zettel in der Hand von Kyle beinhaltete drei Zeilen:

Vorspeise: Nudelkombination, bestehend aus 3 Sorten Pasta plus 3 verschiedener Soßen.
Hauptspeise: Chili con Carne, à la Jesse Ramirez
Dessert: Sherry Creme, nach Art Kyle Valenti

Liz & Pyra Date…

„Pyra, das kannst du doch nicht anziehen“, rief Liz aus und beobachtete Pyra, wie sie vor dem Spiegel stand und sich begutachtete.

„Warum denn nicht? Ist es etwa nicht schön?“

Liz lachte noch lauter, als Pyra ihre Hände auf ihren Hintern legte und diesen sich genau ansah. „Das ist wirklich ein schöner Körper“, murmelte sie vor sich hin, während Liz andere Kleider für sie aussuchte. Sie war nur für ein paar Minuten in der Umkleide verschwunden um Kleider anzuprobieren und in der Zwischenzeit hatte Pyra sich frisch eingekleidet.

„Aber sehr schlechte Klamotten, komm schon zieh das aus“, bat Liz.

„Ich weiß nicht was du hast“, erwiderte Pyra und lächelte sich selbst im Spiegel an. Was hatte Liz bloß gegen ihre rote Strumpfhose, die so gut mit ihrem violetten Minirock zusammenpasste. Außerdem hatte sie sich dazu passende Stiefel ausgesucht, die es aber in violett nicht gegeben hatte, aber eine Berührung mit den Stiefeln und das Ergebnis war ein schönes Lila. Darüber hatte sie sich ebenfalls einen roten Pullover ausgesucht und ihren Kopf zierte wiederum eine violette Mütze.

„Du stehst wohl auf diese zwei Farben.“

„Ist es denn nicht schön?“

Liz schüttelte etwas den Kopf und meinte dann: „Auf der Erde gibt es so etwas wie Mode. Das bedeutet, dass es immer ein paar Sachen gibt die allgemein sehr gerne angezogen werden. Dein Stil hier ist noch nie Mode gewesen.“ Sie lächelte dabei etwas und zog noch mehr Pullover aus dem Regal. Sie hatten bereits mehrere Tüten mit sich und als nächstes wollten sie für die Männer noch mehr kaufen. Connor, Jesse und Michael hatten überhaupt keine Kleider in Roswell und Max nur das, was er vor ihrer Flucht besessen hatte.

„Wozu diese Mode? Man kann doch anziehen was man möchte, genauso wie man essen kann was man möchte und tun kann was man möchte und…“

„Ich hab’s verstanden, Pyra“, unterbrach Liz sie. „Behalt die Sachen, aber sag nicht ich hätte dich nicht gewarnt.“

Jesse & Kyle Date...

Bereits im Supermarkt kam es zum kleinen Streit zwischen den zum Kochen verdonnerten Zwei, weil Kyle die Erdbeeren nicht süß genug schmeckten, die er zum Nachtisch brauchte und Jesse genervt sagte: „Stell dich nicht so an, die sehen doch rot genug aus und du kannst ja mehr Zucker beigeben.“

Nach einem skeptisch gebrummten: „Na gut“, legte Kyle 3 Schälchen Erdbeeren in ihren Einkaufswagen und schob ihn zur Weinabteilung des Marktes. Beide waren sich schnell einig, dass sie statt Sherry einen guten französischen Cognac ihrem Einkauf zugaben.

Wenig später, nachdem sie ihre gesamten Waren im Van verstaut hatten, der ihnen zur Verfügung stand und die Fahrt zum Zuhause der Evans ging, meinte Kyle eindringlich rufend, als sie am Kino vorbeifuhren: „Hey, Jesse halt‘ mal an!“

Etwas erschrocken über sein lautes Anreden, stoppte Jesse sofort den Bus am Straßenrand und meckerte: „Was ist? Ich glaub kaum, dass du im Kino bessere Erdbeeren zu deinem Dessert kriegst!“

„Sehr lustig, Jesse. Um andere Beeren geht’s mir bestimmt nicht. Du, wir könnten uns aber einen Film ansehen. Unser Menü bereiten wir doch mit links zu. Selbst wenn wir die Bohnen für dein Chili con Carne einzeln in den Topf werfen, haben wir noch höllisch Zeit, um das Abendessen rechtzeitig auf den Tisch zu bekommen. Verstehst du?“

„Vollkommen, Kyle. Und vielleicht kommt ja vor dem Hauptfilm, auch noch irgendeine Kochsendung...“, entgegnete Jesse begeistert und lenkte das Fahrzeug daraufhin zum Parkplatz des Filmtheaters.

***

Es wurde Spätnachmittag bis Jesse und Kyle sich in der Küche der Evans einfanden, um sich sofort ihren Kochkünsten hinzugeben. Kurze Zeit später kochte das Chili con Carne in einem großen Topf, und Kyle und Jesse probierten einen Schluck des französischen Cognac, ob er auch für das Dessert gut geeignet war.

Kaum, dass Kyle an seinem Glas genippt hatte, sagte er leicht beschwipst zu Jesse: „Ich muss dir mal was gestehen. Also Jesse, ich war mal einst in deine Frau verliebt. Und hatte sogar damals an Silvester, den ich mit Isabel verbracht habe einen Tagtraum von ihr…Wir beide haben uns darin geküsst gehabt, jawohl...“

„Tatsächlich? Wo bin ich denn da gewesen?“, murrte Jesse und stürzte zu Kyle, da er urplötzlich zu Boden sank und darauf kichernd sitzen blieb.

„Du bist am Flughafen fest gesessen und damals fand ich das gar nicht so schlecht…inzwischen bin ich natürlich über Isabel hinweg und träume nur noch von Ava…“ Und er schwärmte immer weiter.

Jesse hätte ja nie gedacht, dass ein Schlückchen Cognac Kyle gleich umhauen würde. Doch seine neu erworbenen Fähigkeiten schienen auch diesen Aspekt zu beeinflussen.

Aliens vertragen nun mal keinen Alkohol…

Maria & Ava Date…

„Ava! Irgendeins muss dir doch gefallen“, rief Maria wütend aus, als sie ihren gesamten früheren Kleiderschrank auf ihrem alten Bett ausgebreitet hatte.

„Maria, warum lässt du mich nicht einfach mein eigenes Kleid machen? Ich brauch nur eine Handbewegung und schon ist es da.“

„Dir gefällt kein einziges Kleid von mir? Das kann doch nicht sein“, murmelte Maria und stieg auf einen Stuhl um einen mit Klamotten gefüllten Sack zu holen, der auf ihrem Schrank verstaut war.

„Maria, ich bin früher ein Punk gewesen. Es ist wohl offensichtlich, dass wir nicht denselben Geschmack haben.“

„Damit kann ich mich nicht zufrieden geben. Dann basteln wir dir eben das perfekte Outfit. Also welche Farben gefallen dir am meisten?“

„Schwarz.“

„Was noch?“

„Schwarz.“

„Ja, ich meinte andere Farben?“

„Ich mag nur Schwarz“, erwiderte Ava erneut.

Maria drehte sich mit zusammengekniffenen Augen zu ihr herum. „Hast du nicht eben gesagt du warst mal ein Punk? Steht ihr nicht auf bunte Farben? Wie pink, lila, blau, einfach alle die es gibt? Oder warum habt ihr Frisuren mir tausend verschiedenen Farben?“

„Maria, ich sagte früher. Ich bin früher ein Punk gewesen, jetzt mag ich an mir am liebsten schwarz.“

„Okay, hier ist etwas Schwarzes“, sagte sie und zog etwas aus dem Sack, den sie soeben runtergeholt hatte. „Naja, das scheint nicht so passend zu sein“, meinte sie, als sie das schwarze Spitzennachthemd wieder vergrub. „Moment mal, das könnte ich für mich mitnehmen…“, murmelte sie vor sich hin.

„Ich bin schon fertig“, meinte Ava dann und präsentierte ihr Werk. Sie trug mit etwas außerirdischer Hilfe ein schwarzes Kleid, dass bis zur Hüfte eng anliegend war und ihren Busen betonte. Danach hing es etwas lockerer um ihre Beine und ging bis zu ihren Knien. Ihre Haare waren gelockt und nicht mehr glatt, wie sie es die meiste Zeit trug, weil sie nicht genauso aussehen wollte wie Tess.

„Du bist ja ein Spielverderber“, protestierte Maria aber lächelte etwas. Das Eis zwischen den Beiden schien zu schmelzen. „Okay, aber dann lass mich dir ein paar Tipps geben und dann kannst du mir helfen. Bin ich froh, dass ich in meinem jetzigen Zustand nicht alle Kleider einzeln anprobieren muss, dafür haben wir ja jetzt deine Kräfte.“

„Dein jetziger Zustand?“ hackte Ava mit hochgezogenen Augenbrauen nach.

„Denkst du es ist einfach schwanger zu sein?“ erwiderte Maria und hielt bereits ihre Haare in verschiedensten Weisen hoch um zu sehen, was ihr am meisten gefiel.

„Maria, du bist vielleicht gerade Mal im ersten Monat“, warf Ava erneut ein.

„Es ist ein Alienbaby, Ava, Alienbaby…“ Sie betonte das letzte Wort und zog es etwas in die Länge. „Das ist nicht so einfach wie du denkst, vor allem, weil ich wirklich ununterbrochen an Sex denken muss und…“

Liz & Pyra Date…

„Komm‘ schon, Liz, das steht Rath bestimmt.“

„Pyra, ich verstehe ja, dass du seine Aura sehen kannst und es rot ist…“

„Dunkelrot“, unterbrach diese und hielt eine Mütze in derselben Farbe in ihrer Hand. „Er beschwert sich doch beim Trainieren immer, dass ihm kalt ist. Wir sollten jedem eine Mütze kaufen.“

„Ja, aber nicht in rot“, sagte Liz und lachte dabei. „Michael wird sich weigern sie aufzuziehen.“

„Das macht nichts, wenn ihm kalt ist macht er es. Genauso wie er isst auch wenn kein Tabasco mehr da ist.“ Diese Tatsache hatte Pyra schnell erkannt, denn ihr schmeckte alles ohne Tabasco genauso wenig. Danach bestand sie darauf Michael eine dunkelrote, Max eine blaue Mütze zu kaufen. Die anderen durfte Liz aussuchen. Als sie aus dem Kaufhaus kamen, hatten sie erneut mehrere Tüten in der Hand und verstauten diese im Auto der Evans. Das hatten sie sich für den Tag geborgt, damit sie nicht alles selbst tragen mussten, auch war das eigentlich unmöglich, denn Pyra war in einen richtigen Kaufrausch verfallen.

„Ich kann auch nichts dafür“, hatte sie sich verteidigt. „Auf Antar habe ich so etwas nie getan. Da wurde mir alles vorgelegt. Wieviel Geld haben wir noch?“

„Ich glaube du solltest aus den 100$ Scheinen noch mehr machen“, meinte Liz als die den Geldbeutel begutachtete. Bevor sie losgegangen waren hatte Pyra aus mehreren 1§ Scheinen, 100er gezaubert.

„Wir haben doch fast alles oder?“

„Ja eine Sache fehlt noch“, erwiderte Liz. Noch waren sie in keine Unterwäsche Abteilung gegangen. Das hatte sich Liz zuletzt aufbewahrt, weil sie dort die meiste Zeit verbringen wollte. „Jetzt gehen wir schöne Unterwäsche kaufen“, verkündete sie und zog Pyra in die nächste Boutique.

„Ich verstehe nicht warum ihr sowas tragt“, meinte diese und schüttelte den Kopf. „Ist doch viel bequemer ohne.“ Liz erklärte ihr daraufhin, dass Männer es mochten, wenn man Spitzenunterwäsche für sie trug. Und erneut schüttelte Pyra den Kopf.

„Wenn ich eins an eurem Liebesakt verstanden habe, und das bestätigt auch die Erinnerung von Serena Davis, ist es, dass man sowieso schnellst möglichst die Kleider loswerden will. Also warum die Mühe und sich überhaupt schön anziehen?“

Liz schüttelte den Kopf und blickte auf rote Unterwäsche…die würde sie sich kaufen um den Sieg über Khivar mit Max alleine zu feiern.

Max & Michael Date…

Michael schaute neugierig Max zu, als er am Einlassstand der Minigolfanlage zwei Schläger sowie 3 verschieden aussehende Golfbälle in Empfang nahm und tat es ihm gleich.

Als beide zur sehr schön angelegten Anlage schritten, konnten sie bereits aus der Ferne eine Gruppe „Junioren“ der Roswell High erspähen, die sich eifrig dem Putten der Bahnen der Minigolfanlage hingaben.

Und Michael meckerte, als sie an der ersten Bahn ankamen, die von schützendem Buschwerk umgeben war: „Max, hast du auch die kleinen Zwerge gesehen? Möchte mal wissen warum die nicht in der Schule sind? Zum Glück ist die Bahn wenigstens etwas Blickdicht. Die lachen sich doch kaputt, wenn ich nicht mit einem Schlag einloche! Ich hasse Minigolf. Und auch Isabel, wieso müssen wir denn noch bildlich unser Golfen dokumentieren? Hast du gehört was sie gesagt hat? Wir sollen mehrere Videos aufzeichnen. Einen ganzen Tag Minigolfen ist ätzend.“

„Aber für dich immer noch besser, als deiner hormongesteuerten Maria ausgesetzt zu sein, oder?“ Max meinte seine Aussage keinesfalls böse und Michael wusste das auch. Nur in den letzten Wochen hatten Marias Kräfte stark zugenommen, aber die Kontrolle über sie leider keinesfalls. Jedes Mal wenn sie und Michael sich stritten ging im Haus etwas zu Bruch. Einmal hatten ihre Handschuhe angefangen Feuer zu fangen, als sie beim Training gewesen waren.

„Ja, zumal ich wahrscheinlich an diesem Tag ihrer Meinung nach nichts richtig machen würde.“
Michael schaffte die 1. Bahn mit Bravur. Und die Freunde kamen, nach etlichen Bahnen, und selbstverständlich durch Aufnahmen des Geschehens per Kamera, zur 13. Bahn.

Diese Bahn wies auf ein Unglück hin, genau wie ihre Nummer. Sie barg eine Schwierigkeit und zusätzlich hatten sich die Kinder um die beiden Männer gruppiert. Sie hatten die Bahn bereits längst hinter sich, aber wollten dennoch zusehen wie die Erwachsenen versagen würden.

Max musste grinsen, weil Michael sein Gesicht verzog und vor sich hin murmelte: „Können wir die Gnome nicht einfach wegschleudern? Ich schlag nicht ab, solange die da stehen und mich anstarren als wäre ich ein Alien.“

„Du bist ein Alien, Michael“, erwiderte Max. Und zu diesem Zeitpunkt waren sie mehr Alien als jemals zuvor.

„Witzig, Maxwell. Los, mach etwas, dass die Nervensägen verschwinden.“

„Wir könnten einen kleinen Regenschauer verursachen“, schlug Max vor und erinnerte sich daran, dass Isabel es zuvor einmal schneien ließ. Er selbst hatte es nicht versucht, aber wirklich schwer könnte es nicht sein, wenn Isabel es bereits vor Jahren getan hatte. „Oder es könnte schneien, würde zur Jahreszeit passen.“

„Eine sehr gute Idee, willst du aber vielleicht dein Schutzschild über uns ausbreiten? Ich will nicht nass werden.“

Max verdrehte die Augen und Sekunden später blitzten die zwei Augenpaare der Aliens schwarz auf und ein unheimliches Lächeln legte sich über ihre Lippen. Die Kinder rannten weg, als es anfing zu regnen und fluchten vor sich hin: „So ein Scheißwetter jetzt! Auf Wassergolfen hab ich keinen Bock!“

„Na bitte, das war doch gar nicht so schwer“, lachte Michael.

„Genau, jetzt sind wir unter uns. Und nun erzählst du mir mal, wie deine Erinnerung gewesen ist, die dir Pyra über dich und sie gegeben hat. Du hast über alles gesprochen, aber nicht über euch beide.“

„Nein, Maxwell, das werde ich dir bestimmt nicht erzählen. Auch war das nicht ich gewesen... ich meine, die Erinnerung gehörte Rath und Pyra...es gibt kein über euch“, erwiderte Michael gereizt und lochte doch, leicht zornig mit einem Abschlag, den Golfball durchs Hindernisrohr genau ins Loch ein. „Und das machst du mir jetzt erst einmal nach!“

Michael sah Max erstaunt an, da er ganz leicht mit seiner Hand über das Golfbällchen fuhr und erwiderte: „Was?! Etwas Schummeln darf doch sein. Ich hab nur mit meinen Kräften den Ball erwärmt, damit er besser springt, auf der nun nassen Bahn, okay?“

„Max Evans betrügt, wer hätte das gedacht…“ lachte Michael.

„Das ist kein Betrügen!“ widersprach dieser.

„Natürlich nicht“, nickte Michael betonend ironisch mit dem Kopf.

Isabel & Connor Date…

Connor fragte sich, wie lange er eigentlich noch vor Isabels Zimmer wartend ausharren musste, da sie sich seit einer Stunde darin befand. Endlich ging die Türe auf und er richtete den Blick in die Richtung des Geräusches...und seine Kinnlade klappte nach unten.

Eine, in ein umwerfendes „ Kleines Schwarzes“ gekleidete Isabel trat heraus und offenbarte fröhlich: „Zu einem perfekten Date bin ich nun eingekleidet. Soviel gab mein alter Kleiderschrank noch her. So und jetzt, komm mit!“ Sie warf den ersten richtigen Blick auf Connor, der eine ausgewaschene Jeans trug und dazu ein kariertes Flanellhemd.
„Oh nein, komm nicht! Du siehst aus wie ein Holzfäller. Entschuldige, ich hab eigentlich nichts gegen Naturburschen.“

„Sie sagt eigentlich…“, murmelte Connor vor sich hin und sah an sich herunter. So schlimm sah er doch gar nicht aus, oder? Aber wenn er sich ansah wie Isabel aussah…sah er vielleicht doch wie ein Holzfäller aus.

„Aber so geht das nicht“, fuhr Isabel unverwandt fort. „Nein, also ich möchte dir ja nicht zu nahe treten und... und auch bringen ja Liz und Pyra erst heut Abend anständige Klamotten für uns alle. Ich wollte sagen, vielleicht finden wir ja jetzt für dich was Ordentliches im Schrank meines Vaters. Hier geht’s entlang.“ Connor wusste gar nicht wie ihm geschah, als Isabel ihn zum Schlafzimmer ihrer Eltern zog.

Dort angekommen zog er kommentarlos das dunkle Hemd sowie ein schwarzes Jackett an, die sie ihm in die Hand drückte. Doch Rache war süß. „Du solltest dir zu deinem Outfit, auch noch Stiefel und eine wärmende Jacke zufügen. Denn Isabel für unsere Aufgabe des perfekten Dates möchte ich auch etwas beitragen. Tja, das dazugehörige romantische Mittagessen wird in der Wüste stattfinden, einverstanden?“

Sie sah in perplex an und zischte: „In der Wüste, bei diesen Außentemperaturen! Connor, bist du verrückt geworden?!“

„Nein, wir sollen Bilder machen. Und es soll perfekt sein, ein Essen in der Wüste ist für mich perfekt. Also zieh dich an“, meinte er und schob sie aus dem Zimmer während sie noch immer den Kopf schüttelte. Das Problem war, dass sie nur schicke schwarze offene Schuhe besaß. Die Stiefel die sie in ihrem Zimmer hatte…hatten nicht die passende Farbe, nicht den passenden Absatz und auch nicht die passende…

„Hör‘ auf, dir so viele Gedanken zu machen“ unterbrach Connor ihre Gedanken. „Nimm einfach die wärmsten.“ Schließlich gab sie doch nach, und die beiden fuhren wenige Zeit danach in die umliegende Wüstenlandschaft.

Isabels Laune war auf dem Nullpunkt, da die Stiefel ihr hübsches Outfit verschandelten, daran änderte auch der mitgebrachte Picknickkorb nichts, der im Kofferraum des Autos verwahrt war.

Wie sieht denn das auch aus? Braune Stiefel zu einem schwarzen Cocktailkleid!

Ihre Übellaunigkeit hatte sich keinesfalls gebessert, als sie gegen Abend wieder ihr Elternhaus betraten und den beiden der verbrannte Geruch einer Speise entgegen wehte.

Als alle zu Hause eingetrudelt waren, warteten sie nur noch darauf, dass Kyle und Jesse die Küchentüre endlich aufmachen würden. Immer wieder hörten sie laute Geräusche und auch wie die beiden abwechselnd fluchten.

Währenddessen hatten die Anwesenden, die Aufmachung von Ava und Maria begutachtet. Ava trug ihre Haare offen, aber in einem zarten Braun, welches ihr Maria angeraten hatte. So würden vielleicht alle den Gedanken an Tess loswerden. Doch die ursprüngliche Blondine hatte bereits verkündet, dass sie am Morgen wieder ihre Naturhaarfarbe haben würde. Sie trug dazu ihr schwarzes Kleid und schwarze hohe Schuhe. Ein kleines Tattoo war auf ihrem Knöchel zusehen, welches das Zeichen war, dass auch auf Athertons Kette damals zu sehen gewesen war.

Maria hingegen trug ihr gelocktes Haar glatt. Ein rotes Kleid schmiegte sich eng an ihren Körper, ihr Kommentar dazu: „Bald sehe ich aus wie ein Wal, deshalb muss ich diese Chance nutzen.“ Dazu trug sie Stiefel bis zum Knie und zeigte zwar kaum Haut, aber Michael starrte sie dennoch ununterbrochen an.

Isabel hatte sich auch für ihr „perfektes Date“ hübsch gemacht und hoffte, dass sie ihren Ehemann bald sehen würde. Denn ihre braunen Stiefel war sie jetzt los, sie war erst einmal in ihr Zimmer gelaufen und hatte ihre schönen schwarzen Schuhe angezogen, die ihre lackierten Fußnägel entblößten.

„Wir verhungern“, rief Michael und klopfte gegen die Küchentüre. Nach ein paar Minuten hörten sie, wie jemand den Schlüssel drehte und die Türe langsam aufging. „Obwohl es riecht sowieso so, als ob wir heute zum Hungern verurteilt wären.“

„Kommt hinein in Buddhas Küche“, sagte Kyle fröhlich – vielleicht etwas zu fröhlich.

„Mrs. Evans wird euch töten!“, rief Maria aus, als alle in die Küche liefen und das Desaster entdeckten. Es gab keinen einzigen Fleck auf der Arbeitsfläche, der frei stand. Alle Schränke standen entweder offen oder halboffen.

„Was habt ihr gemacht?“ wollte Isabel wissen und stemmte die Hände in die Hüften. „Ich sagte kochen und nicht die Küche meiner Eltern zerstören.“

„Liebling, du siehst umwerfend aus“, meinte Jesse glücklich und zog sie vor allen anderen an sich und küsste sie. Nach wenigen Sekunden kam Isabel zu sich und drückte ihn leicht von sich. „Jesse, was ist los mit dir? Wir werden beobachtet“, stellte sie leicht verschämt fest.

„Habt ihr etwa getrunken?“ fragte Liz, die Kyle in dieser Hinsicht doch ziemlich gut kannte. Sie hatte ihn vor längerer Zeit bereits mehrmals angetrunken erlebt.

„Nein, wir doch nicht“, erwiderte eben dieser und lenkte die Aufmerksamkeit auf den gedeckten Tisch. Dieser wiederrum war das Gegenteil zur unaufgeräumten Küche. Kerzen waren ausgebreitet und 10 Teller zierten den Tisch. Auf jedem Teller befand sich eine Pizza und nebenan ein Getränk.

„Für jeden nichtalkoholisch!“ warf Jesse ein und führte Isabel an den liebevoll gedeckten Tisch. „So ein Essen haben wir uns alle verdient.“

„Das ist bestellt und nicht gekocht, Jesse!“ widersprach Isabel.

„Es schmeckt dennoch“, meinte dieser.

Alle anderen zogen die Augenbrauen in die Höhe. „Dennoch?! Es wird wohl als Einziges Essen schmecken, euer verbranntes hier sieht nach gar nichts aus“, stellte Liz fest und warf einen Blick in den verkohlten Topf.

„Und warum seid ihr betrunken?“ wollte Max wissen. „Es gab gar keinen Alkohol zu Hause.“

„Wir haben eine Flasche Cognac gekauft für den Dessert, aber dann habe ich ihn probiert“, erzählte Kyle fröhlich. Er war nur froh, dass so langsam die Wirkung des Alkohols nachließ. „Und es scheint, als würde ich jetzt auch keinen mehr vertragen, was eigentlich gut ist, da ich dadurch Geld spare, aber wiederum auch…“

„Es ist okay, Kyle. Buddha sagt man solle nicht so viel reden“, unterbrach Ava ihren Freund und trat an seine Seite.

„Sagt Buddha das wirklich? Moment mal? Ava?!“ rief er überrascht aus.

***

Die Gruppe genoss ihr Essen und sah sich dabei die Bilder an, die gemacht wurden. Auch wurden die Kleider begutachtet und Pyra erntete mehrmals ein Kopfschütteln. „Aliens haben einfach keinen Geschmack“, stellte Maria fest, aber sah dann lächelnd zu Ava. „Außer natürlich Isabel und Ava. Isabel ist hier aufgewachsen und Ava hat bereits viel von mir gelernt.“ Mehrmals brachen sie in Gelächter aus und baten immer wieder Pyra darum ihre Mütze abzunehmen.

„Man könnte meinen ihr hättet das Date von Maria und Ava gehabt. Du siehst aus, als hätte dich jemand eingekleidet der dich hasst“, meinte Isabel. Von mehreren Seiten wurde protestiert, während die Küche mit Hilfe von außerirdischen Kräften aufgeräumt wurde.

Danach zogen sie alle in Richtung des Wohnzimmers, wobei sie auf den Weg Kyle, Ava, Michael und Maria verloren. Niemand kommentierte die Situation außer Pyra: „Stimmt ja, Maria braucht Zeit alleine wegen ihren Hormonen, das habe ich jetzt verstanden. Und der arme Kyle und die arme Ava haben mir letzte Nacht Gesellschaft geleistet. Obwohl ich ihnen mehrmals gesagt habe, dass sie gerne gehen und mich alleine lassen können…aber sie wollten nicht…“

Die anderen schüttelten den Kopf, weil sie genau wussten wie peinlich das für Kyle und Ava gewesen sein musste. Pyra hingegen empfand nichts als peinlich und war die Ehrlichkeit in Person. Und erneut blickte sie in die Runde: „Ihr müsst auch nicht hier bleiben, Connor und ich können uns auch zu zweit einen schönen Abend machen nicht wahr?“ wollte sie von ihm wissen und lächelte ihn freundlich an. Zum ersten Mal war auch sie etwas gelassen, weil sie das Gefühl hatte, dass sie alle ziemlich gut vorbereitet waren und auch machte es sie glücklich ihre neu gewonnenen Freunde glücklich zu sehen.

Wenige Minuten später, während Jesse und Connor noch darüber stritten was für einen Film sie anschauen würden setzte Pyra sich steif hin und sagte ohne die Miene zu verziehen. „Holt die anderen, Schluss mit dem Sex.“

Normalerweise hätten sie alle darüber gelacht, aber ihnen war nicht zum Lachen, als sie zu Pyra blickten, denn die Antarianerin sah plötzlich anders aus. Ihre Augen glühten in einem unnatürlichen Schwarz und durch ihre Gestalt schien ein Beben zu fahren.

Im gleichen Moment zesprang das Glas in ihrer Hand in tausend Stücke, als sie ihre kleine Hand zu einer Faust ballte.

Alle anderen erschauerten, als sie beobachteten wie das Schwarze in ihren Augen wieder einem dunklen Braun wich und die ruhige Stimme von Pyra eiskalt durch das Schweigen schnitt: „Mein Bruder ist da…und er ist nicht alleine gekommen.“