Written by: Hilde von der Insel & Liz Evans



AN: Liebe Leser, diese Episode ist etwas kurz. Aber dafür haben wir bereits eine gute Nachricht, und zwar ist die Episode 15 (die ist lang) auch schon fast fertig, also werdet ihr auf die Fortsetzung nicht so lange warten müssen wie bisher. Viel Spaß beim Lesen.

***


Was bisher geschah:

„Was ist hier los?“ wollte Amy DeLuca wissen, als sie ins Bad kam und sich vor einem Schlachtfeld wiederfand.

Michael und Maria schauten erschrocken auf. Der entsetzte Blick aus den Augen ihrer Mutter genügte Maria, um ihre Übelkeit erneut aufflammen zu lassen.

„Mom, ich… oh Gott“, stöhnte sie und beugte sich hektisch über die Kloschüssel.

„Mein Gott! Mein kleines Baby ist schwanger!“

Michael öffnete bereits den Mund um wild zu protestieren, als Maria zu ihm aufsah und sie sich einen Moment anblickten, synchron sprachen sie etwas aus, das Amy ganz und gar nicht hören wollte: „Oh, Shit!“

Und mit dieser Erkenntnis meldeten sich Marias Kräfte erneut zu Wort und die Fließen, auf denen sie saß und sich abstützte bekamen riesige Risse.






Drei Personen befanden sich im Wohnzimmer, die nichts sagten. Totenstille legte sich über den kleinen Raum, während jeder in seinen eigenen Gedanken versunken war.

Amy DeLuca saß auf der Couch und hatte ihr Gesicht in ihren Knien vergraben. Es sah so aus, als würde sie jeden Moment aufstehen und etwas Schreckliches tun.

Michael lehnte an der Wand und sah auf die Decke, während er stumm betete, dass alles nur ein Alptraum war. Er hoffte jede Minute aufzuwachen, sich an die Stirn zu fassen und laut auszuatmen.

Maria, die bisher hysterisch geweint hatte saß auf dem Boden und hielt ein Stäbchen in ihren Händen. Noch immer liefen Tränen über ihre Wangen, aber sie gab keinen Laut von sich. Immer wieder sah sie zu ihrer Mutter, die sich nicht weit von ihr befand. Sie wagte es nicht Michael anzusehen, so blieb sie sitzen und tat nichts.

Minuten waren vergangen seit Michael seine letzten Worte ausgesprochen hatte. „Blau bedeutet negativ, rosa bedeutet positiv.“ Amy DeLuca hatte daraufhin nur schlicht „Hoffen wir, dass es also blau wird“, gesagt.

Seit Marias letzten Worten waren nur wenige Sekunden vergangen. „Es ist ro-rosa…“ hatte sie geflüstert. Weitere Minuten vergingen und sie fragte sich wohin die Aufregung, die Panik von vorhin gewichen war? Da hatten sie nicht still sein können und auf einmal sagte keiner mehr ein Wort.

„Mein Gott! Mein kleines Baby ist schwanger.“

„Oh, Shit!“

„Maria! Sag mir, dass das nicht sein kann“, verlangte die Mutter mit verschränkten Armen und sah wütend auf die beiden Jugendlichen.

„Mom, das kann nicht sein“, erwiderte Maria und fasste sich wieder. Sie konnte doch nicht schwanger sein? Michael und sie hatten regelmäßig verhütet oder zumindest glaubte sie das. Unsicher sah sie zu ihrem Freund auf und bat ihn etwas zu sagen.

„Mrs. DeLuca das kann eigentlich nicht sein. Ich meine Maria und ich sind verantwortungsbewusst…“ er verstummte, als Amy den Kopf schüttelte und vor sich hin murmelte.

„Eigentlich…er sagt eigentlich…“, meinte sie kaum verständlich und sah dann wieder auf. „Was heißt hier eigentlich nicht sein? Kann es sein oder nicht?!“ ihre Wut wich langsam Verzweiflung, als sie ihre junge Tochter ansah und an sich selbst in ihrem Alter denken musste.

„Mom, wirklich, es…oh Gott“, rief Maria aus und beugte sich erneut über die Schüssel. Michael kniete sich an ihre Seite und hielt ihre Haare zurück, während sie sich den Mund abwischte. „Das ist nur die Aufregung gerade. Ich habe diese Kräfte entwickelt und deshalb passiert so etwas“, meine sie erschöpft. Genau deshalb passiert es, stimmte sie sich selbst stumm zu. „Nicht wahr, Michael?“ Eine weitere Bestätigung brauchte sie dennoch.

„Ja genau. Liz hatte auch Probleme damit, hat es aber inzwischen in den Griff bekommen“, erklärte er und half seiner Freundin auf die Beine.

„Das interessiert mich nicht“, erwiderte Amy und wich keinen Schritt. „Kannst du das irgendwie überprüfen? Mit deinen Hokuspokus Kräften? Kannst du nachsehen ob meine kleine Tochter den größten Fehler ihres Lebens gemacht hat?“

„Ich denke nicht“, erwiderte dieser.

„Dann machen wir das auf die traditionelle Art und Weise. Michael geh‘ in die Apotheke und kauf uns einen Schwangerschaftstest.“ Sie schüttelte den Kopf und unterdrückte die Tränen die aufkamen. „Ich kann nicht fassen, dass ich das sage und so ruhig bleiben kann. Ich werde mich erst äußern, wenn wir diesen blöden Test haben.“ Mit diesen Worten verließ sie das Bad und ließ das junge, nervöse Paar alleine.

„Michael…“

„Maria, nicht…“

„Mich hat Max nie geheilt.“

„Ich weiß.“

Während diesen wenigen Worten sahen sie in zwei entgegengesetzte Richtungen.

„Aber wir haben doch immer verhütet…“, stellte sie erneut fest und fasste sich an den Bauch. „Bei Tess konnte man doch das Baby sofort sehen. Das heißt doch, dass ich nicht schwanger sein kann, oder?“ fragte sie und stellte sich diesmal vor ihn und versuchte ihn zu umarmen aber ihre Tränen erfassten sie zuerst und sie schlug die Hände vors Gesicht.

„Shhh, ist schon okay. Warte du hier mit deiner Mutter, ich komme schnell wieder“, versuchte Michael sie zu beruhigen, aber es gelang ihm nicht, da er selbst völlig aufgeregt war. Er ließ sie im Bad stehen und zog sich schnell an, bevor er das Haus verließ.


Und nun hatten sie den Test bereits gemacht, der ein positives Ergebnis zeigte und schwiegen sich gegenseitig an.

„Wie konntet ihr nur?“ durchbrach Amys laute Stimme das Stillschweigen, als sie aufsprang und auf und ablief. Ihre Wut hatte sie zuvor an Maria gerichtet, als Michael nicht da gewesen war. Mutter und Tochter hatten sich angeschrien, während Maria geweint hatte. Amy hatte ihre Tochter beschuldigt immer das falsche zu tun und noch ein Kind zu sein. Diesmal richtete sie ihre Worte an beide.

Michael sah beschämt auf den Boden. Zum einen konnte er ihr nicht in die Augen sehen und zum anderen konnte er noch immer nicht glauben was passierte.

„Mom, wir haben nichts falsch gemacht“, erwiderte Maria und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Es wurde Zeit sich zu fassen und ihre Mutter hatte kein Recht ihr etwas vorzuwerfen. „Sag mir, wie alt bist du gewesen, als du mich bekommen hast?“ fragte sie bereits wissend und stellte sich neben Michael. Sie nahm seine Hand in seine und sprach weiter: „Vielleicht stimmt es auch gar nicht, und meine Hormone spielen verrückt wegen meinen neuen Kräften. Aber wenn es stimmt Mom, was soll ich tun? Soll ich mein Baby abtreiben? Wolltest du mich abtreiben?“

Sie spürte Michaels Hand, der ihre fest drückte, als sie die Worte aussprach.

Von einem Moment auf den anderen war ihr gemeinsamer Schock einem anderen Modus gewichen. Im Moment verspürten sie nur den Drang ihre Beziehung gegenüber Amy zu verteidigen.

„Maria, du bist 17!“ Und dennoch konnte Amy nicht anders, als die Reife in Marias Stimme zu registrieren. Ihr kleines Baby sah so entschlossen aus und sie drehte den Spieß mit Leichtigkeit um…die Mutter konnte ihren Ohren nicht trauen.

„Seit heute 18, Mom. 18 kann jung sein für ein Baby, aber nicht zu jung. Es war nicht geplant, ja, aber es ist okay. Verstehst du Mom? Ich sehe es nicht als Katastrophe an, weil es das Baby von Michael und mir ist.“

Michael war sprachlos ja, er hatte auch Angst und er hatte mit Sicherheit nicht geplant so jung Vater zu werden, wenn der Test Recht behalten würde, aber dennoch konnte er nicht anders – er küsste Maria auf die Schläfe und legte die Hand an ihre Hüfte. Er nahm sich Maria zum Vorbild und räusperte sich. „Ich denke wir sollten Liz anrufen, damit sie herkommt und ein paar Untersuchungen macht. Max kann ihr helfen.“

„Was für Untersuchungen?“ wollte Amy wissen und schüttelte noch immer den Kopf.

„Wir müssen nachsehen ob sich meine Blutzellen verändern, denn wenn ja kann ich nicht zu einem normalen Arzt.“

„Du meine Güte, auch das noch!“ rief Amy verzweifelt. „Wollt ihr, dass ich einen Herzinfarkt bekomme?“

„Mom, du hast meine neuen Fähigkeiten bereits verdrängt.“ Amy warf die Hände in die Höhe und verließ das Wohnzimmer. „Das ist doch gut gelaufen, oder?“ Ein unsicheres Lächeln legte sich auf ihre Lippen, als sie zu Michael aufsah. „Es tut mir Leid, was passiert ist. Ich hoffe du denkst dasselbe wie ich“, flüsterte sie leise und legte seine Hand auf ihren Bauch. „Michael, falls ich wirklich schwanger bin…“

Er streichelte sie leicht und strich ihr mit der anderen Hand die Haare aus dem Gesicht. Er konnte nicht glauben, was er gleich sagen würde. „Ich denke genauso wie du.“ Wenn es einen Gott gibt, sollte er uns vor Amy DeLuca behüten…

„Okay, ich rufe Liz an.“



„Das ist dein Telefon…“, murmelte Liz gegen Max‘ Hals, doch er reagierte nicht. Vor ein paar Minuten waren sie erst aufgewacht, weil Isabel sie aus dem Bett geklingelt hatte und waren zusammen unter die Dusche gesprungen. Liz’ Argument war, dass es schneller gehen würde, da ja Isabel ihnen im Nacken saß. Max hatte überhaupt nicht protestiert.

„Das ist bestimmt nur Michael. Er soll später noch einmal anrufen“, erwiderte Max und ließ Liz nicht zu Boden gleiten. Sie hatte die Beine um ihn geschlungen und er hielt sie mit Leichtigkeit an ihrer Hüfte.

„Max…es klingelt bereits zum dritten Mal… Vielleicht ruft er wegen Maria an? Max… vielleicht will sie… herkommen, dann fliegt die Party auf?“

„Ich ruf ihn sofort zurück“, meinte er und küsste ihre Wange. Sie versuchten das schrille Klingeln zu ignorieren und es funktionierte auch, bis das laute Klopfen von Jeff Parker an Liz‘ Zimmertüre zu hören war.

„Liz? Max? Maria ist am Telefon, sie sagt es ist dringend.“

Max ließ Liz zu Boden gleiten und hielt inne. „Glaubst du es ist wirklich dringend?“

„Sie sagt immer es sei dringend, aber wenn sie es bereits auf deinem Telefon versucht hat, wird es wohl stimmen.“ Sie lächelte entschuldigend und wickelte sich in ein Handtuch. „Dad, leg‘ es einfach hin, ich hole es sofort!“ rief sie ihrem Vater zu, Sekunden später konnte man seine Schritte nach unten ins Café hören. Isabel und die anderen waren bereits da und bereiteten die Überraschungsparty für Maria vor.

Max sah sehnsüchtig seiner Frau hinterher, als diese das Bad verließ und einen spitzen Schrei von sich gab. „Liz!“ er rannte aus dem Bad und rannte sie fast um, als er gegen ihren Rücken lief. „Was ist los?“ fragte er panisch.

„Nichts“, erwiderte Liz und lief zur Türe. „Ich dachte einen Moment ich hätte jemanden auf dem Balkon gesehen. Aber es waren nur ein paar Vögel, die sich bewegt haben.“

Nichtsdestotrotz zog sich Max seine Hose an und stieg auf den Balkon um sich umzusehen. Als er wiederkam war Liz bereits dabei sich anzuziehen und telefonierte dabei mit dem Hörer zwischen Kinn und Schulter.

„Ja, der Akku ist leer“, erklärte sie gerade und steckte ihr eigenes Telefon ans Netzgerät. „Und Max seins war stumm geschaltet“, log sie ohne rot zu werden und erntete ein Lächeln von Max. „Es wird schon alles in Ordnung kommen. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll“, sprach sie hastig weiter und knöpfte ihre Hose zu. „Wo sind meine verdammten Schuhe?“ murmelte sie vor sich hin. „Maria, beruhige dich, wir sind gleich da. Ja wir fahren am besten an der Schule vorbei.“

„Liz, was ist passiert?“

„Maria, ich lege jetzt auf und wir sind so schnell wie möglich da.“ Liz warf das Telefon auf das Bett und schlüpfte in ihre Schuhe.

„Was ist los?“ wollte Max wissen und zog ebenfalls seine Kleider an.

„Es besteht die Möglichkeit, dass Maria schwanger ist“, brach es aus Liz heraus, die die Neuigkeiten selbst noch nicht ganz verdaut hatte. Sie hörte Max leise fluchen, als er in die Knie ging und seine Schuhe band. „Wir gehen in die Schule, leihen uns ein Mikroskop aus und checken Marias Zellen.“

„Wäre es nicht besser, wenn die beiden herkommen? Nicht das Mrs. DeLuca uns dabei erwischt“, wand Max ein, als sie bereits die Leiter auf dem Balkon nach unten nutzten.

„Sie weiß es bereits.“

„Wir sind so gut wie tot.“

***

Liz und Max saßen am Küchentisch und hatten ein kleines Mikroskop vor sich. Gebannt standen die anderen drei Anwesenden ihnen gegenüber und warteten auf eine Antwort. Amy hielt sich eine Hand vor die Augen, Maria biss sich auf die Unterlippe und Michael sah direkt auf das Mikroskop. Alle dachten sie nur eines – so lange konnte das doch nicht dauern.

„Maria, deine Blutzellen haben sich in keinster Weise verändert.“

„Das bedeutet, dass sie nicht schwanger ist, nicht wahr?“ warf Amy ein.

Maria fasste sich unbewusst an den Bauch und spürte einen Stich im Herzen. War sie nicht schwanger? Sicher, es war unerwartet, aber in der vergangenen Stunde hatte sie sich mit dem Gedanken auseinander gesetzt und sich Familienszenen mit Michael ausgemalt.

„Das muss es nicht bedeuten“, erwiderte Max und fuhr sich durch die Haare. „Ihre Zellen sind okay, das heißt, dass ihre Kräfte nicht von ihr stammen. Liz‘ Zellen sind mutiert, nachdem ich sie geheilt habe und deshalb hat sie Kräfte entwickelt. Bei Maria scheint dies nicht der Fall zu sein, zudem, ich sie nie geheilt habe.“

„Heißt das, dass ich schwanger bin?“ fragte Maria leise nach.

„Wenn das der Test sagt und unter den gegeben Umständen würde ich vermuten, ja. Deine neuen Kräfte müssen einen Ursprung haben und es könnte sein, dass es das Baby ist. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass es das Baby ist“, erklärte Max sachlich und glaubte ein winziges Lächeln um Marias Lippen gesehen zu haben. Er glaubte sich getäuscht zu haben, bis er das kleine „Antwortlächeln“ in Liz‘ Gesicht entdeckte.

„Seit ihr euch ganz sicher?“

„Mrs. DeLuca, wenn Sie dem Test keinen Glauben schenken, könnten wir es noch anders probieren“, sagte Liz leise und stand auf um ihre Freundin in den Arm zu nehmen. „Willst du, dass ich versuche eine Vision zu bekommen?“

Maria sah zu Michael auf und fragte stumm nach seiner Meinung. Dieser hatte bisher am Wenigsten gesprochen und schüttelte auch diesmal nur den Kopf. „Warum…“ begann Maria nach seinen Motiven zu fragen, da ging er auch schon auf die Knie.

„Ich kann mir das einfach nicht mit ansehen!“ rief Amy DeLuca aus und verließ die Küche.

„Willst du versuchen eine Verbindung zu dem Baby aufzubauen?“ fragte Max, der sich gespannt neben die anderen stellte.

„Bei Tess und dir hat es damals auch funktioniert“, erwiderte sein bester Freund und schob Marias Pullover in die Höhe. „Halt‘ das“, meinte er schlicht und sie hielt den Saum in die Höhe. Max nahm Liz‘ Hand in seine, als Michael seine Hände an Marias Bauch legte. Schmerzhaft wurde er an seine eigene Vergangenheit und seinen Sohn erinnert und hoffte, dass es Liz nicht allzu sehr beschäftigte.

„Es funktioniert nicht“, gestand Michael.

„Vielleicht bin ich doch nicht schwanger“, meinte Maria niedergeschlagen und ließ bereits ihren Pullover los, als Michael seine Lippen gegen ihre nackte Haut presste. Seine Fähigkeiten ließen ihn erneut im Stich und er wollte nichts unversucht lassen.

„Einen Versuch war es wert“, meinte er, als er sich von ihr löste. „Das muss nicht bedeuten, dass du nicht schwanger bist. Wir machen gleich noch einen Test, dann können wir uns sicher sein.“

„Michael, warte“, unterbrach Liz seine Bewegung, als er sich daran machte aufzustehen. „Seht mal da.“ Sie zeigte auf Marias Bauch, der nun in einem sehr blassen rot schimmerte. Man konnte es kaum sehen, wenn man nicht danach Ausschau hielt.

„Michael, ich bin es! Ich bin schwanger“, rief Maria erfreut aus und fiel ihm um den Hals. Einen Moment später schien die Euphorie verblasst zu sein. „Ich meine…ich meine, es ist doch okay, oder? Ich meine, wir bleiben jetzt in Roswell…und meine Mum wird sich auch daran gewöhnen…“

„Es ist okay, Maria.“ Er wusste nicht was er mehr sagen sollte, also sagte er das was ihm als erstes einfiel: „Wir sollten uns aber sofort eine Wohnung suchen, bevor deine Mutter mich im Schlaf tötet.“

Maria lachte herzhaft und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen. Sie sah zu ihren zwei Freunden, die Arm in Arm standen und lächelten. „Wir bekommen ein Baby.“

„Ein Alienbaby. Wir sollten die anderen informieren“, stellte Liz fest und warf einen Blick auf die Uhr. Es würde noch etwas dauern, bis alles im CrashDown fertig sein würde und um Zeit zu schinden sagte sie: „Was haltet ihr davon, wenn ihr mit Mrs. DeLuca in aller Ruhe redet und sie versucht zu beruhigen und wir treffen uns in zwei Stunden im CrashDown. Ich gebe den anderen Bescheid?“

Michael nickte und wollte sich aus der Küche begeben, als Max kurz in einer männlichen Umarmung seine Arme um seinen besten Freund legte. „Herzlichen Glückwunsch“, meinte er mit einem Grinsen in seiner Stimme.

„Du bist nur froh, dass durch uns sich alle daran gewöhnen können. Dann ist es einfacher es den Parkers zu sagen, wenn Liz schwanger ist.“ Liz wurde etwas rot und schickte die Beiden raus und ohne ein weiteres Wort verließen auch sie und Max das Haus um den anderen bei den Partyvorbereitungen zu helfen.

***

Im CrashDown…

„Überraschung!“ riefen alle lauthals, als Maria und Michael das CrashDown betraten. Herzliche Umarmungen folgten daraufhin, als alle dem Geburtstagskind gratulierten. Bisher hatte niemand Amys schlechte Laune bemerkt, doch als alle zur Ruhe kamen konnte man Jims Worte hören.

„Amy, was ist denn mit dir?“

„Mum, bitte“ meinte Maria und bat sie stumm um etwas mehr Verständnis, doch ihre Mutter wollte nichts davon hören.

„Wisst ihr, wir haben auch eine Überraschung für euch!“ Amys Stimme triefte vor Sarkasmus. „Wunderbare Neuigkeiten! Maria ist schwanger.“

Und die Neuigkeiten schlugen ein wie eine Bombe. Stimmen überschlugen sich und Maria und Michael wurden mit Fragen überhäuft. Auch Liz und Max mussten erklären warum sie bisher nichts gesagt hatten. Maria, der die Panik und Hektik zu viel wurde schlich sich ins Hinterzimmer und ließ sich auf die alte Couch nieder. Als sie sich erschöpft die Augen rieb und bereits anfing kritischer über ihre Situation nachzudenken öffnete sich die Türe und die letzte Person, die sie im Moment sehen wollte betrat den Hinterraum.

„Mum, bitte, haben wir heute nicht schon genug gestritten?“ Ihre Stimme klang resigniert und traurig.

„Als ich erfuhr, dass ich schwanger war, freute ich mich sehr.“ Amy DeLuca setzte sich neben ihre Tochter und stützte die Arme auf ihre Knie.

„Du musst mir nichts erklären. Ich weiß, dass du nicht bereit warst für ein Kind.“

„Maria, ich bin es gewesen, aber dein Vater nicht. Meine Freude verschwand, als ich seine Reaktion sah. Ich hatte geglaubt wir würden eine glückliche kleine Familie werden, doch er war anderer Meinung.“

Tränen füllten Marias Augen und sie konnte nicht verstehen warum ihre Mutter ihr das antat. Sie wusste, dass ihr Vater sie verlassen hatte und dass er mit einer Familie nicht zurecht kam. Aber hören wollte sie es eigentlich nicht und sie wollte auch nicht hören, dass er sich nicht über die Schwangerschaft gefreut hatte. Sie erwiderte nichts und ihre Mutter sprach einfach weiter. „Ich möchte nicht, dass dir dasselbe wiederfährt. Dein Vater hat dich geliebt, aber er war zu jung und konnte mit der Verantwortung nicht umgehen. Er hat geglaubt er hätte sein Leben nicht gelebt und als ihm das bewusst wurde hat er uns…verlassen.“

Maria unterdrückte die aufkommenden Tränen, als sie die Sorge in der Stimme ihrer Mutter hörte. „Traust du Michael nicht? Mum, ich würde ihm mein Leben anvertrauen und das unseres Babys. Ich liebe ihn und ich weiß, dass er mich auch liebt, auch wenn er nicht immer das Richtige tut.“

„Es geht nicht um die Liebe, Maria. Dein Vater und ich haben uns auch geliebt, er hat auch dich geliebt, was anderes darfst du niemals glauben. Ich möchte nur nicht, dass dir und deinem Baby dasselbe passiert wie mir damals.“ Amy setzte sich auf und blickte ihrer Tochter ins Gesicht. „Ich kann nicht gutheißen, was hier passiert.“

„Michael ist der beste Vater, den ich mir vorstellen kann. Er wird unserem Baby ein sehr guter Vater sein, das weiß ich. Er mag plump sein in seinen Worten, Mum, aber er ist liebenswürdig und manchmal tut er Dinge, die mich überwältigen. Du hättest sehen sollen, wie er versucht hat das Baby zu erreichen…“ Diesmal entwischten ihr ein paar Tränen, die sie wegwischte. „Ich dachte er würde ausflippen, wegen der Schwangerschaft, aber es ist nun mal passiert und ich glaube nicht, dass er es bereut.“

Amys Stimme klang weicher, als sie erneut sprach. „Maria, du bist meine Tochter und auch wenn ich Michael inzwischen mag, weiß ich nicht ob das gut gehen kann…“

„Ach hier seid ihr“, unterbrach Isabel das Gespräch, als sie hereingestürmt kam. „Maria, komm mit, alle fragen nach dem Geburtstagskind“, meinte sie und zog sie auf die Beine. Maria lächelte ihr dankbar zu und folgte ihr ohne zurückzublicken.

Michael legte vorsichtig einen Arm um Marias Taille. Er zog sie näher an sich heran, als er bemerkte, dass sie sich unwohl fühlte. Er hatte das Gespräch mit ihrer Mutter zum Teil mitgehört und wusste nicht ob er sie darauf ansprechen sollte. Er hatte sich gefreut ihre zuversichtlichen Worte zu hören und er hoffte wirklich, dass er ihr ein guter Freund und dem Baby ein guter Vater sein würde. Aber er hatte selbst nie einen Vater gehabt…und er wusste nicht, ob er ohne jegliche Erfahrung diese schwere Aufgabe meistern würde. Er wollte sie dennoch trösten und flüsterte ihr zu:

„Alle stehen hinter dir. Du bist... wir sind nicht alleine. Ich glaube, dass unser Baby sich aller Unterstützung und Zuwendung jetzt schon gewiss sein kann. Genauso wie du und ich auch. Verstehst du?“

Er konnte ihre Antwort kaum verstehen, als sie hauchte: „Wenn du meinst…meine Mum sieht immer noch geschockt aus und ist nicht ganz auf unserer Seite.“

„Maria ich hab Teile von eurem Gespräch mitgehört. Denkst du wirklich, dass ich ein guter Vater sein kann?“

„Michael, du wirst ein guter Vater, der beste den ich mir je hätte erträumen können…ich weiß jetzt schon, dass unser Kind dich um den Finger wickeln wird.“ Bei dem Gedanken lächelte sie etwas und Michael lächelte zurück und freute sich darüber, dass ihre Laune sich etwas hob.

„Können wir nun zur Geburtstagsparty übergehen? Oder war mein ganzes Engagement umsonst gewesen...“ Beide blickten umgehend zu Isabel, die ihnen am Tisch gegenübersaß und etwas beleidigt klang.

„Ganz bestimmt nicht Liebling. Alles ist perfekt von dir erledigt worden. Also, wenn das kalte Büfett auf der Theke genauso lecker schmeckt wie es aussieht, dann...“, warf Jesse lächelnd dazwischen.

Ihre Blicke schweiften zu Maria, die seine Lobrede unterbrach und sich erfreut äußerte: „Und das Geburtstagskind ist auch sehr zufrieden damit. Die Küche hat ja geradezu alles an kalten Köstlichkeiten aufgefahren, was sie zu bieten hat.“ Sie schaute dankbar lächelnd Mr. Parker an, der am Tischende saß.

„Nun ich hoffe doch, dass die Speisen, die nach Art des Hauses zubereitet wurden, zur aller Zufriedenheit sind. Und auch die verschiedenen Obstsorten Interesse wecken?
Denn einen Partyservice und Catering wollte ich nicht in Anspruch nehmen. Doch für die schöne Ausschmückung müsst ihr Isabel loben, das hat sie alles arrangiert.“

Erst jetzt schauten sich alle Anwesenden um und nahmen die herrliche Dekoration in Augenschein. Von der Decke und an den Wänden des Café` baumelten bunte Luftballons sowie Luftschlangen, die sich farbenprächtig überall herum schlängelten. Sogar die Thekenlampen, die ihr helles Licht über das Büfett sendeten, waren mit diesen gekringelten Papierstreifen behängt.

Umgehend wurde die Stimmung etwas lockerer, als Maria zwar etwas verunsichert, aber auch begeistert, in die versammelte Gemeinschaft rief: „Jetzt will...möchte... ich erst einmal meine Geschenke auspacken! Bevor ihr euch aufs Büfett stürzt.“

Sie gab ihrer Mum einen aufmunterten Blick, stand auf und eilte zu einer Nische, auf deren Tisch sich bunte Geschenkpräsente türmten. Sogleich wurde verstohlen gelacht, weil das Geburtstagskind beim Geschenke auspacken etwas perplex schaute. Maria fand zuallererst etwas, was aus ihrem eigenen Kleiderschrank stammte. Sie hob ein glitzerndes Top in die Höhe und sagte gereizt zu ihrer Mutter: „Mum, was bedeutet das denn?“

Amy zuckte darauf nur ihre Schultern nach oben und entgegnete: „Ich wollte dir heute vor der Party etwas kaufen, aber du kannst dir vorstellen, dass ich nach dem heutigen Morgen nicht mehr in der Lage dazu war. Hätte ich dir vielleicht Babyschuhe schenken sollen?“

Woher sollte Amy auch wissen, dass dieses knappe Kleidungsstück ihrer Tochter sie an die Party in der stillgelegten Seifenfabrik erinnerte, wo Michael mit ihr Schluss gemacht hatte, noch bevor etwas richtig begonnen hatte. Außerdem hatte sie es getragen, als Michael und sie sich zum ersten Mal während der Hitzewelle geküsst hatten.

Jim zog daraufhin Amy zu einer Nische, um ungestört mit ihr reden zu können. Kaum, dass sie nebeneinander auf einer Bank saßen, legte er ein Hand auf ihre Hände, die sie nervös knetete. „ Amy, du solltest, wie ich und es alle anderen doch auch können, die Schwangerschaft deiner Tochter akzeptieren. Und auch, dass sie das Kind bekommen möchte. Ich meine, du hast doch Maria auch sehr früh bekommen, und aus ihr ist eine großartige Tochter geworden. Was ich sagen möchte ist, dass sie bereits jetzt Verantwortung zeigt. Du und wir alle werden ihr jegliche Unterstützung, zu der wir fähig sind, zukommen lassen. Bitte beruhige dich“, redete er eindringlich auf sie ein und streichelte dabei sachte ihre Hände. Er drückte sie etwas fester, als sie ihn kläglich anlächelte.

„Kann es sein, dass dich der bloße Gedanke bereits verrückt macht Großmutter zu werden? Kommst du deshalb mit der Schwangerschaft nicht klar?“ Er versuchte sie aufzuheitern und lächelte etwas, als er ihre prompte Antwort hörte.

„Jim, diese Tatsache hab ich noch gar nicht in Betracht gezogen...“

Beide schauten auf, da Maria und Michael zu ihrem Tisch traten und sich ihnen gegenüber setzten.

„Mum, können Michael und ich vorerst bei dir wohnen? Bis das Baby da ist? Ich dachte, dass ich erst mal zu Hause bleiben sollte. Michael kann für unseren Lebensunterhalt sorgen, wenn er wieder in der Küche des CrashDown’ arbeitet und... Mum, ich brauche dich jetzt mehr denn je.“

Amy rutschte sofort auf der Bank zu ihrer Tochter. Die Worte von Jim und die Bitte in der Stimme ihrer Tochter besänftigten ihr Herz. „Natürlich, Schatz. Was denkst du denn? Entschuldige, dass ich so durcheinander bin. Aber die Aussicht Großmutter zu werden und... und, dass du wahrhaftig Mutter wirst ist etwas zu viel für einen Tag...Ich werde wohl ein paar Tage brauchen um mich daran zu gewöhnen.“

Michael konnte nur irritiert auf die Beiden sehen und schluckte schwer, denn ihm behagte es keineswegs wieder als Koch im CrashDown arbeiten zu müssen. Er wollte etwas aus sich machen und als ein Fast Food Koch würde er nicht weitkommen. Ihm gefiel es nicht, dass Maria über seinen Kopf hinweg entschieden hatte. Auch hatten beide bisher weder über jegliche Berufswünsche oder zukünftige Wohngelegenheiten, die sie ja vornehmen mussten, gesprochen gehabt. Jedoch blieb eine Antwort von ihm aus, als Kyle mit Ava an den Tisch kam.

Kyle sah erstaunt zu seinem Vater, als er die verschlungenen Hände von Amy und Jim sah. So wie er war, grinste er und sagte witzelnd: „Haltet ihr einen Familienrat ab? Es könnt fast den Anschein haben, wenn ich dabei nicht fehlen würde, nicht wahr? Was ist denn los? Ist das nun eine Geburtstagsparty, oder nicht?“

„Nur fast, Kyle. Aber ja, Amy und ich treffen uns öfter. Ich wollte sagen, wir sind uns im letzten halben Jahr, seit eurem Verschwinden, etwas näher gekommen.“

Beide kamen gar nicht zur weiteren Unterhaltung, da Maria – die die Antwort von Jim überhört hatte – sich aus der Umarmung löste und aufsprang. Neugierig rief sie Isabel zu: „Kyle hat recht, das ist meine Geburtstagsfeier. Isabel kommt eigentlich noch ein
Highlight?“ Im nächsten Moment stockte sie, da ihr das Bild von Alex in einer Uniform einfiel. Und scheinbar erging es nicht nur ihr so, denn sie tauschte kurz ein wehmütiges Lächeln mit Liz und Isabel aus.

Daraufhin sahen sich Isabel und Liz kurz an und standen beide umgehend auf und gingen zur Schwingtür, die in den hinteren Bereich des Cafés führte. Isabel drehte sich davor herum und rief zu Maria: „Selbstverständlich habe ich noch was zu bieten. Aber alles zur rechten Zeit, okay?“

Ungeduldig schaute sie Max an und ordnete an: „Du passt auf, dass niemand hier rein geht.“

Im Hinterzimmer sahen Liz und Isabel auf riesige, körpergroße, 3 stufige Papptorte, die auf einem Rollgefährt stand.

Liz strich über den glänzenden, rosa Mittelteil der Pappmaschee und flüsterte skeptisch: „Isabel, denkst du wirklich, das kommt noch gut an? Ich weiß nicht recht. Maria scheint irgendwie ihren typischen Humor verloren zu haben. Was ja auch verständlich ist, nachdem ihre Mutter nicht wirklich mit ihrer Schwangerschaft einverstanden ist.“

„Doch Liz, das ist jetzt genau richtig um die Stimmung aufzuheitern. Glaub mir, Maria rechnet garantiert nicht mit so einem „Geschenk“. Ich bin ja Kompromissbereit. Sowie Maria es enthüllt hat, lass ich in Bruchteil von einer Sekunde das „ Baby“, als wäre es ein Luftballon, zerplatzen. Somit bekommt erst gar niemand die Gelegenheit dazu, etwas Makaberes darin zu empfinden. Eigentlich schade, weil ich stehe gelegentlich auf schwarzen Humor. Vergiss du aber nicht, die richtige Torte gleich nach dem Knall in den Raum zu schieben, wohlgemerkt mit angezündeten Wunderkerzen, okay?“

Liz hatte keine Chance zur Entgegnung, weil Isabel bereits die Schwingtüre öffnete und Max bat diese aufzuhalten. Eine Weile später hörte sie lediglich das laute Geräusch eines geplatzten Luftballons und bedauerte, dass sie das Spektakel nicht miterleben konnte.

Wenige Augenblicke zuvor...

Maria und alle Gäste sahen erstaunt auf die riesige Papptorte, die auf einem Servierwagen stand und in den Raum geschoben wurde. Die „Torte“ war so groß, das man Isabel dahinter kaum erkennen konnte. Jedoch hörte man ihre Stimme, als sie laut sagte: „So, Maria, nun schneid die Torte an der markierten Stelle an und du wirst dein Highlight erleben.“

Maria eilte sogleich auf die originelle Verpackung zu. Sie nahm von Isabel ein größeres Holzmesser entgegen und schnitt von oben entlang bis zum unteren Rand. Sie sprang erschrocken einen Meter zurück, als sie die Pappe geöffnet hatte, weil sie mitten in ihr eigenes Gesicht und das von Michael sah. Hastig zog sie die lebensgroßen Schaufensterpuppen aus dem Karton, die zusammen auf einem Sockel standen. Im gleichen Moment fiel ihr auf, das die 2 Figuren ein Alienbaby in ihren Armen wiegten.

Sekunden später flog das Gebilde in die Luft und Gummiteilchen wirbelten im Raum herum und glitten als Silberregen zu Boden. „Wie witzig“, murmelte Maria vor sich hin und wunderte sich wer auf diese Idee gekommen war. Aber Ihre Laune hob sich schlagartig wieder, als sie ein verpacktes Geschenk zu Füßen der Puppen fand, und die Puppen selbst waren ja auch süß.

Freudig drehte sie sich zur Feiergemeinschaft herum und rief glücklich: „Vielen Dank. Und jetzt hab ich sogar noch ein Geschenk zum Auspacken!“ Sie packte das kleine Päckchen aus und strahlte über das ganze Gesicht, als sie die Schatulle öffnete und darin ein kostbares, fünfreihiges Perlenarmband vorfand, welches ihr Michael sogleich über ihr Handgelenk streifen musste.

Kurz darauf gingen die Lichter aus und Liz schob eine richtige Torte hinein, die mit vielen Kerzen, das einzige Licht in den Raum warf. Sie wurde mit Ah‘s und Oh‘s begrüßt, nachdem sie die lichtfunkelnde Köstlichkeit genau vor Maria platziert hatte. Umgehend gingen die Lichter wieder an, worum sich Max gekümmert hatte.

Maria schnitt glücklich die Torte an und verteilte sie an alle. Und von außen hatte man den Eindruck, dass eine ganz normale Geburtstagsparty gefeiert wurde, wobei jedoch bereits mehrere Probleme auf die jungen Menschen warteten.

***

Ava gesellte sich zur Nische von Jim Valenti, wo sich auch Kyle mittlerweile zum Essen niedergelassen hatte. Sie verschluckte sich fast an ihrem Happen Kuchen, als Kyle unvermittelt sagte: „Also mein Dad ist damit einverstanden, wir könnten die nächste Zeit, so lange wie wir wollen, bei ihm wohnen. Wie gefällt dir das? Ich meine, würde dieser Aspekt dir die Entscheidung etwas erleichtern länger in Roswell zu bleiben? Weil du doch nur von ein paar Tagen gesprochen hattest, so könntest du bleiben so lange du willst.“

Völlig überrascht, da sie es nicht gewohnt war, dass sich jemand dermaßen um sie sorgte, nickte Ava nur bejahend mit ihrem hellblonden Schopf, als er sie zuversichtlich anlächelte. Bisher war sie Unabhängigkeit gewohnt gewesen, aber es gefiel ihr, dass sowohl Kyle als auch sein Dad sie in die Familie intrigieren wollten.

Alle drei unterhielten sich noch eine Weile über etwaige Berufspläne und lachten auf, da Kyle bestimmend sagte: „Nein Dad. Ich schraube garantiert nicht mehr an irgendwelchen kaputten Autos herum. Und auf keinen Fall übernehme ich noch mal die Reinigung einer defekten Leitung einer Chemietoilette eines Wohnmobils! Auch hab ich dort keine Aufstiegsmöglichkeiten. Ich bin nur ein halbes Jahr älter geworden, verstehst du? Mir fällt bestimmt noch etwas anderes ein, womit ich Geld verdienen kann.“ Zuvor hatte Jim seinem Sohn nahe gelegt, dass er doch dort wieder arbeiten könne.

Am großen Tisch wurde Ähnliches beredet und Isabel strahlte ihren Vater an, der offenbarte: „Jesse, es wäre schön, wenn du wieder in meine Anwaltskanzlei eintreten würdest. Auch könntet ihr doch bei uns wohnen. Also deine Mutter und mir würde das sehr gefallen. Nicht wahr Diane?“

Diane nickte sofort zustimmend und ihr glückliches Lächeln erstarrte etwas, weil Isabel verzagt erwiderte: „Dankeschön Dad. Deinem Angebot kann mein Mann ja nur zustimmen, aber eine eigene Wohnung werden wir uns sobald wie möglichst suchen.“

Connor, der gerade neue Getränke für sich und die anderen holte, trat an den Tisch. Er stellte das Getränketablett ab und sah verlegen Isabels Eltern an und fragte: „Wenn es ihnen recht ist würde ich mich gerne für unabsehbare Zeit bei ihnen als Untermieter anbieten?“

Diane und Philipp schauten den hochgewachsenen, dunkelhaarigen jungen Mann freundlich an. Sie wussten, dass er zumindest für eine Zeit hier bleiben musste, so hatte es ihnen Isabel erzählt. „Gerne, wir haben ja inzwischen genug Platz, da Max und Liz sich nun wohl auch eine gemeinsame Bleibe suchen werden.“

Connor der weiter mit den Evans über mögliche Konsequenzen der Heilung sich unterhielt, wurde unterbrochen, als alle zum Tanzen aufstanden. Jesse zog Isabel mit sich und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen, während sie lachte und die Arme um seinen Nacken schlang. Fast alle anderen folgten den Zwei auf die Tanzfläche, nur Connor blieb zurück und räumte das dreckige Geschirr zusammen.

***

Als fast alle zum Tanzen aufstanden fragte Liz sich wo ihr Ehemann war. Sie entschuldigte sich kurzangebunden bei ihren Eltern und ging zu einer Ecke, in der sie Max entdeckte. Er hatte sich alleine dort niedergelassen und beobachtete die Leute um sich herum. Sie verstand seine urplötzliche Übellaunigkeit nicht wirklich und wollte dieser auf den Grund gehen.

„Max, was ist los mit dir? Marias Geburtstagsparty ist doch im vollen Gange. Alle tanzen und auch Marias Mom macht jetzt einen fröhlichen Eindruck.“

„Ja und so wie es aussieht, freuen sich auch alle mit ihr und Michael über den zu erwarteten Nachwuchs. Liz, ich... ich muss unweigerlich an meinen Sohn denken, weißt du?“ erwiderte Max traurig.

„Oh. Ja, das kann ich verstehen“, flüsterte sie mitfühlend und schlang ihre Arme um ihn. Eine Weile saßen sie in inniger Umarmung da, aus der sich Max als erster sachte löste.

„Es besteht keine Gefahr mehr und der Gedanke, dass ich ihn eigentlich jederzeit zu mir nehmen könnte macht mich verrückt. Es schmerzt mich immer noch sehr, dass ich ihn weggeben musste.“

Sie schmiegte sich sanft wieder in seine Arme und redete eindringlich: „Max, Liebling, wir können uns nicht gewiss sein, ob es wahrhaftig sicher ist - noch nicht. Dafür ist viel zu wenig Zeit vergangen zwischen all den fürchterlichen Geschehnissen. Ich fühle deinen Schmerz mit dir, aber bitte lass uns nichts überstürzen. Auch darfst du nicht außeracht lassen, dass die Adoptiveltern deinen Sohn lieben. Es geht ihm bestimmt gut.“

„Ja, es geht ihm auch gut. Und er wird von ihnen geliebt, als wäre er ihr eigenes Kind.
Entschuldigt, dass ich mich in euer Gespräch einmische“, ertönte Mr. Evans`Stimme und unterbrach die Beiden. Er beteuerte beiden vertraulich, dass er stets in Verbindung mit seinem guten Freund aus New York geblieben war. Dieser erzählte ihm immer wieder Geschichten über seinen Enkel und die Adoptiveltern. Auch stimmte er Liz zu, dass es zu gefährlich sei Max`Sohn zurückzuholen und dass er ihn nun einmal weggeben hat und man ihn nicht einfach seinen jetzigen Eltern wegnehmen könne.

Liz küsste zart ihren Mann auf die Wange, als Philipp von Diane zum Weitertanzen aufgefordert wurde und sich beide entfernten. „Du musst geduldig sein. Irgendwann holen wir ihn zurück, wenn du es dann immer noch möchtest. Er führt zur Zeit ein normales Leben Max und er wird sich an seine jetzigen Eltern gewöhnen, ich weiß nicht ob du ihm das dann wieder nehmen willst. Nun… wir könnten ja auch über eigenen Nachwuchs nachdenken, wenn’s bei Maria und Michael geklappt hat, dann...ach lass uns nicht weiter darüber reden.“

„Wieso nicht?“, brummelte er verstört in ihre dunkle Haarflut, in die er sein Gesicht getaucht hatte. Liz rutschte etwas ungemütlich auf der Bank herum, da sie sich denken konnte, dass seine Gedanken noch immer bei seinem Sohn weilten, doch wollte sie ihn davon ablenken und offenbarte: „Weil ich mich nun an das halten möchte, was wir haben? Für mich steht jetzt erst mal unsere Ehe im Vordergrund. Max, zwar sind wir verheiratet, aber bisher kann doch von einem wirklichen Eheleben noch nicht die Rede sein, oder? Ich wünsche mir für die Zukunft erst mal nur ein wenig mehr Zweisamkeit. Intimität und eine eigene Wohnung.“

Sie schaute ihn überrascht an, weil er sich aus ihrer Umarmung löste und die Nische verließ. Irritiert sah und rief sie ihm nach: „Was ist los? Hast du denn verstanden was ich gemeint habe?“

Ihr Mund blieb weit geöffnet, da er sich an der Schwingtür, die in den hinteren Bereich des CrashDown`führte, herumdrehte und sie angrinste und ruhig meinte: „Hab ich, Liebes!“

Er verschwand und Liz blieb ziemlich verstört und auch leicht verärgert zurück. Sekunden später entdeckte sie den aufgemalten Alien an der Wand der ihr zuwinkte. Es bildete sich eine Sprechblase neben dem Alien, worin „Kleines, wo bleibst du?“ zu lesen war. In der nächsten stand: „Du willst doch mehr Zweisamkeit. Ich bin in der Küche.“

Liz stand auf und flitze mit einem Grinsen durch die Hintertür zu ihrem Ehemann, der mit einem Lächeln und offenen Armen auf sie wartete.

***

Verwirrt stand sie an der Schwingtüre und hörte sich alles an was im Speisesaal des CrashDown` gesprochen wurde. Mr. Parker sprach davon, dass er von den Kräften der Kinder beeindruckt sei. Seine Frau nickte ihm zu und weiterhin sprachen sie über die Geschehnisse der letzten Jahre. „Was zum Teufel ist hier los?“ fragte sie sich und rieb sich die Stirn. Irgendwie wurde alles mit jeder Minute komplizierter.

Vier der acht Neuankömmlinge hatte sie vor zwei Tagen wiedererkannt. Ava hatte sie auf Anhieb gesehen und wollte sogleich dazwischen schreiten, aber die Gruppe schien sich mit ihr zu verstehen. Hatten sie denn nicht gemerkt, dass Ava sie erst vor kurzem an Khivar verraten hatte? Zumindest war es für sie erst vor Kurzem gewesen. Nachdem sie auf der Erde angekommen war hatte sie als erstes nach Informationen gesucht. Und „das Internet“, so bezeichneten die Menschen das „Catera“, ein Informationssystem von ihrem Planeten, welches um einiges fortgeschrittener war, hatte sie hierher nach Roswell geführt, wo im Jahre 1947 ein Raumschiff abgestürzt sein solle.

Nachdem sie hin und her gerechnet hatte, hatte sie herausfinden können dass ein Jahr auf Antar sieben Jahre auf der Erde gegenüberstanden. So waren die königlichen Vier auf ihrem Planeten erst vor 8 Jahren auf die Erde geschickt worden und hier war schon eine Ewigkeit vergangen. Wie sie aber immer noch so jung aussehen konnten, verstand sie nicht.

Rath war nicht zu verwechseln gewesen, sehr wenige Antarianer waren umhüllt von einer dunkelroten Aura. Die kleine Blondine neben ihm hatte sie nicht gekannt, aber die großgewachsene hinter ihm, die im zarten Blau schimmerte musste Vilandra gewesen sein. Zan hatte sie am ersten Tag nicht entdecken können. Alle hatten sich niedergelassen und sprachen fröhlich miteinander, doch wo war der König? Und wenige Minuten später waren weitere zwei Personen aus dem ersten Stock gekommen. Nach dem ersten Zusammenprall mit dem Mädchen hatte sie sich gefasst und nur kurz in die Augen von Zan gesehen.

Ihn hatte sie an seiner dunkelblauen Aura erkannt. Es umhüllte ihn mit einer Vertrautheit und mit einer Macht, die ihr nur allzu bekannt war. Mr. Parker hatte sie ihnen vorgestellt, doch soweit sie das in der vergangenen Woche beurteilen konnte war Mr. Parker ein ganz normaler Mensch. Und trotzdem hatte seine Tochter vor ihr gestanden und war umkreist gewesen von einem etwas helleren Blau? Konnte es wirklich wahr sein, dass sie das Siegel trug? Die verhakten Hände zwischen ihr und Zan hatten nichts Gutes verheißen können.

Sie hatte nicht gewusst wie sie an die Antarianer rankommen sollte ohne die Aufmerksamkeit der anderen auf sich zu ziehen. Sie hatte bereits am früheren Morgen versucht ihn zu finden. Zu Hause war er nicht gewesen, so hatte sie auf dem Balkon von Liz Parker gewartet, doch diese hatte sie womöglich gesehen, so musste sie wieder verschwinden. Und jetzt war sie gekommen um nach einem Weg zu suchen mit ihm zu sprechen und erfuhr dabei, dass alle Bescheid wussten? Wo war der geheimnisvolle Zan hin, der mit niemandem außer Rath und ihr sprach? Und wo war der Rath, der normalerweise immer eine finstere Miene zog und kaum redete? Dort saß er und lachte lauthals, als Maria, die kleine Blonde, von der sie inzwischen den Namen kannte, etwas flüsterte und wild mit den Händen gestikulierte.

Aber Moment mal…wo war Zan? Sie schaute sich schnell um, alle waren im Raum außer Zan und Liz Parker… Ihre Gedanken wurden unterbrochen, als sie sah wie sich Vilandra und der Mann an ihrer Seite nach hinten begaben. Schnell öffnete sie ihren Spint, damit es so aussah, als würde sie etwas entnehmen. Vielleicht würde sie auch Glück haben und die zwei würden gar nicht hereinkommen.

***

Max stöhnte auf, als seine Frau ihre Lippen von seinen löste und an seinem Mund flüsterte: „Hast du das gehört?“

„Nein, was denn? Liz, selbst wenn jetzt dein Dad in die Küche stürmt, das sollte dir nicht peinlich sein. Wir sind längst verheiratet, schon vergessen?“, meinte er mit einem Lächeln und küsste sie erneut auf die Lippen, auf ihre Wangen und auf ihre Stirn. Sie protestierte nicht, als er zurück zu ihren Lippen fand und sanft mit seiner Zunge über diese fuhr.

Nur kurz erwiderte sie sein heftiges Tun und riss ihren Mund von seinem, als sie abermals ein Geräusch hörte. Er realisierte gar nicht was sie wollte, und ließ sich von ihr aus der Küche ziehen.

Zielstrebig zog Liz Max in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war. Beide sahen erstaunt auf die neue Kellnerin des CrashDown` und wunderten sich was Miss Davis dort zu suchen hatte. Sogleich eilten sie zu der Dunkelhaarigen, die sich an einem Personalspind zu schaffen machte. Liz erstarrte regelrecht, als sie an der Außenseite der geöffneten Spindtür das Namensschild las.

Serena Davis.

Serena.

Sie erinnerte sich noch ganz genau an diesen Namen. Hatte nicht Future-Max von einer Serena gesprochen? Und ihr erzählt dass sie eine Freundin von Liz sein würde. Sie verfiel in ihre Gedanken und erinnerte sich auch die schrecklichen Sachen…daran dass Khivar die Erde zerstören wollte und Michael und Isabel waren gestorben. So schnell wie Liz in die Erinnerung katapultiert wurde fuhr sie aus dieser, als ein metallisches Geräusch erklang.

Serena hatte eine Haarspange aus ihrem Spint fallen lassen und beide Frauen beugten sich gleichzeitig nach dieser.

Ihre Hände berührten sich und Liz schloss ihre Augen, als die Visionen sie überkamen.

Der schwarze Himmel bildete sich vor ihren Augen und sie konnte die 5 Planten sehen, die zusammen ein V bildeten.

Das königliche Siegel.

Sie sah eine Landschaft, die sterbend dahin vegetierte – Antar. Eine unbekannte Welt für Liz, die gefährlich und gräulich erschien.

Sie sah Tote.

Kämpfe.

Max..und Michael. Die beiden sahen anders aus.


Bruchartig wechselte die Vision zu einer anderen.

Liz sah wie Serena auf dem Balkon stand und wartete.

Es war der Morgen. Liz hatte nicht nur Vögel gesehen. Sondern auch den Schatten von Serena.

Als die Erkenntnis sie traf, dass sie von Serena beobachtet wurden schwappte eine Welle der Angst über sie.


Ihre zierliche Gestalt wurde von einem Frösteln erfasst und sie surrte aus der Vision, als Max seine Hand um ihr Handgelenk legte und sie schüttelte. Ihr war gar nicht bewusst geworden, dass sie auf dem Boden kauerte, und sie flüsterte: „Max… sie ist nicht von hier!“

Noch bevor Liz ihren letzten Satz aussprach baute Max ein Schutzschild vor ihnen auf. Er konnte ihren Schock spüren, auch wenn er noch nicht genau wusste warum. „Was hast du gesehen?“

„Sie heißt Serena…Serena Davis, ich hab’s gesehen…Future-Max, er sagte Serena…Serena…“

Max sah zur Kellnerin, die unberührt dastand und sich nicht fortbewegte. Warum rannte sie nicht weg? Wenn sie wirklich ein Feind war, dann würde sie sich mit Sicherheit nicht mit ihm und all den anderen gleichzeitig anlegen wollen, aber wenn sie es nicht wahr, und es alles nur ein Irrtum war müsste sie doch eigentlich von dem Schild geschockt sein.

„Liz, was willst du mir sagen?“ Er half ihr auf die Beine und hielt sie an den Armen fest, weil sie noch immer zitterte.

„Zan, du kannst das Schutzschild herunternehmen“, ertönte die Stimme der Kellnerin und Max wand seinen Blick auf sie.

„Wer zum Teufel bist du?!“ Im nächsten Moment verschwand das Schutzschild mit einer schlichten Handbewegung ihrerseits.

„Du würdest mich das nicht fragen, wenn du meine Aura sehen könntest. Ich bin’s Pyra, ich stecke nur in dem Körper von Serena Davis.“ Sie lächelte etwas und machte einen Schritt auf ihn zu, aber dieser schob Liz beschützend hinter sich und hab die Hand zu einem Angriff. „Zan, was ist los mit dir? Ich bin es, Pyra.“ Sie betonte ihren Namen, als ob dieser ihm alles erklären würde.

„Ich kenne keine Pyra“, erwiderte dieser und rief nur nach Michael. Er wollte die anderen nicht in Gefahr bringen. „Michael, kommst du kurz? Ich brauche deine Hilfe?“ Mit seinen Gedanken versuchte er ihn vorzuwarnen, ohne seine Eltern und die anderen zu erschrecken.

„Was soll das bedeuten du kennst keine Pyra?“ äußerte Serena geschockt und verschränkte die Arme vor der Brust. „Du kannst dich nicht an mich erinnern? Was ist mit Antar? Kannst du dich daran erinnern?“

„Maxwell, was ist los?“ fragte Michael, als er die Schwingtüre öffnete. Er spürte sofort, dass etwas nicht stimmte und hob instinktiv die Hand um Serena anzugreifen, aber ohne eine Zuckung baute sich eine Blase um sie herum auf, die sie schützte. „Was ist hier los?“ grollte Michael, der sich neben Max gesellte. „Soll ich die anderen hier raus schaffen?“ Max deutete ihm an, dass er erst einmal bleiben solle.

„Wer ist Pyra?“ fragte er die kleine Brünette.

„Ich kann nicht fassen, dass ich herkomme und ihr euch nicht an mich erinnern könnt. Rath, was ist mit dir? Ich bin es Pyra! Verdammt nochmal!“, meinte sie und wurde langsam wütend. Sie hatte es hier nicht mit ihren gewöhnlichen Freunden zu tun, sondern mit Teenagern.

„Du bist von Antar?“

„Ja genau, Rath du erinnerst dich an mich!“, freute sie sich. „Ich bin hergekommen um…“

„Michael, was macht ihr denn…“ Maria brach ab, als sie Serena entdeckte, die in eine Blase verhüllt war. Sie ließ einen spitzen Schrei raus, der alle anderen auf die Geschehnisse im Hinterzimmer aufmerksam machte. Wenige Sekunden später sprachen alle durcheinander, die Eltern wurden wieder zurückgeschickt und Connor wurde damit beauftragt sie zurückzuhalten.

„Rath kann sich an mich erinnern, ich wusste du würdest mich niemals vergessen.“

„Wie bitte?!“ wollte Maria wissen und hob die Augenbrauen in die Höhe. „Michael, wer ist diese Frau? Schon wieder eine Verrückte wie Courtney?!“

„Ich kenne sie nicht. Ich kenne dich nicht!“ wiederholte er in die Richtung von Serena Davis. „Wer bist du und warum bist du hier?“

„Ich komme von Antar und habe euch endlich gefunden, aber ich rede erst wenn ich mit Zan und Rath alleine bin.“

„Du kannst hier sprechen, wir haben alle keine Geheimnisse voreinander“, warf Liz ein, die spürte, dass alles in Ordnung war. Future-Max hatte gesagt, sie würde eine Freundin von ihr sein.

„Nein, ich spreche nur mit dem König und dem General.“

„Wieso?“

„Weil ich nicht mit Verrätern spreche“, erwiderte sie Max‘ Frage.

„Hier gibt es keine Verräter“, verteidigte Michael alle.

„Vilandra und Ava sind Verräter. Ich verstehe nicht, wie ihr Ava wieder aufnehmen konntet. Sie wollte Zans Kind an Khivar ausliefern, sie ist nur zurückgekommen weil er es nicht wollte und versucht hat sie zu töten.“

„Ich verstehe nicht, wovon sprichst du da? Und wie viel weißt du über Tess‘ Besuch auf Antar?“ stellte Max weitere Fragen.

„Ich spreche nur mit euch beiden.“

„Ava ist nicht Tess“, versuchte Liz zu erklären und diesmal wirkte Serena verwirrt. „Ich meine, die Ava, die nach Antar gekommen ist, ist tot. Das ist jemand anderes gewesen. Und Isabel ist Max‘ Schwester und würde ihn auf dieser Welt niemals verraten.“

„Das dachten wir auf Antar auch, doch sie hat es dennoch getan, als sie sich auf Khivars Seite gestellt hat.“ Sie schien angewidert zu sein und Isabels Augen füllten sich mit Tränen als sie daran dachte.

„Woher kennst du Max und die anderen?“ wollte Liz wissen.

Serena, der es langsam etwas zu langweilig wurde, ließ ihre Blase verschwinden, da sie merkte, dass die anderen sie sowieso nicht besiegen konnten. „Trägst du das Siegel?“ fragte sie Liz direkt.

„Liz, sei still“, ordnete Max an. „Warum stellst du diese Fragen, warum weißt du soviel?“

Kyle stöhnte laut und drängte sich nach vorne. „So kommen wir nicht weiter. Also, warum zum Teufel bist du überhaupt hier, wenn du keine Fragen beantwortest, uns nicht erklärst wer du bist und obendrauf noch Ava und Isabel, als Verräter bezeichnest.“

„Auf diese Frage kann ich euch antworten,“ erwiderte sie ruhig. „Ich bin hier weil ihr alle in Todesgefahr schwebt.“